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Die Empfehlung glaubiger Seelen gegen Gott : Wurde Bey der solennen Leichen-Begängniß der Weyland Frey-Reichs-Hochwohlgebohrnen Frauen, Frauen Anna Sibylla von Garben, Des Heil. Röm. Reichs-Freyin, auch Edler Frauen von Gibelli, gebohrner Seyfridin, hochseeligen und gesegneten Angedenckens, alls dieselbe im Jahr Christi 1740, Dienstags den 12. Jenner in dem 61ten Jahr ... entrissen ... Einer Hoch-Adelichen, Hoch- und Wohl-Ehrwürdigen und Hochansehnlichen Trauer-Versammlung von dem Altar gehaltenen Trauer-Sermon vorgestellet / von Samuel Widemann, Pfarrer zu St. Ulrich Augsp. Conf.
Entstehung
Seite
26
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26 Stand⸗ Rede

HERRN den Mund geſchloſſen, und mich ſchweigen heiſſen. Rede fuͤr

mich noch ein paar Worte nach meinem Tode: Rede mit meinem lieben Herrn Gemahl/ rede mit meiner lieben Frau Schweſter/ rede mit meinen lieben Freunden.

Was ſoll ich weiter reden, Hocchſeelige/ da ich doch kaum dieſe Rede vor Betruͤbniſſe ohne Verwirrung zu Ende bringen koͤnnen? Rede, was ich dich heiſſe in meinem Namen. Ich bin verbunden, Hochſeelige/ Dero Beſehl zu reſpectiren, und Sie Hochwerthgeſchaͤtzte/ werden begierig ſeyn, zu vernehmen, was denn unſere erblaßte Fraul Baroneſſin bey ihrer ſchnellen Himmels⸗Reiſe vergeſſen, daß ich noch hinterbringen ſolle.

Sie will, ich ſoll am erſten mit Ihrem Herrn Gemahl/ ſo denn mit Ihrer Frau Schweſter reden; Ihnen allen aber in dieſer Traur⸗Ver⸗ ſammlung fuͤr Dero Liebe und Treue nochmahls hertzlich Dancken. Ich verrichte demnach, was Sie mir aufgetragen, und entdecke mit meinen Worten Ihren letzten Willen.

8.. I. 4..

3 Lin Jacob mein Emanuel! Jrau Schweſter! Deine Redlichkeit

1( Mein Garb/ mein Schatz/ 3 Und deine Liebe, Huld und Treue, und mein Vergnuͤgen/ TWomit Du mich ſo lang erfreut,

8& Will, daß ich Dir auch danckbar ſeye. Der HERR iſt da mit dem Befehl, 8 We g Witw d nch don 5

Ich ſoll zu Ihme mich verfuͤgen. Virwe, w⸗

Der Wagen iſt ſchon vor der Thuͤr, Sa Mann und Schweſter Dir gebricht!

Die Engel hohlen mich von hier, Der HERR wird Dein und Deiner

31 Ich muß zu deinem Schmertz erblaſſen, 8 ayſen 3 Und dich, Geliebter Schatz/ verlaſſen.& Mann, Vater und Verſorger heiſſen.

2. F.

1Du weineſt und betruͤbeſt Dich, Ihr Freunde! die Ihr traurig ſeyd

Da ich nicht mehr bey Dir im Leben, u ich nicht mehr b) Euch ugede Dein Hertze kuͤmmert ſich um mich 5 Hemmt eure groſſe Traurigkeit

3 und will ſich nicht zufrieden geben. Pünd weinet nicht mehr meinetwegen.

Du weißt, wie ſehr ich dich geliebt, Mir iſt ſehr wohl, was trauret Ihr?

Ich weiß, daß Dich mein Todt betruͤbt, T Ihr wuͤnſchtet ja erſt kuͤrtzlich mir

Ich ſterb, und eile ſchon zu Grabe,& Beym Neuen⸗Jahre langes Leben,

Eh ich Dir noch gedancket habe. GStt Lob! GOtt hat es mir gegeben.

3. 8 6 Der HERR, mein GOtt, vergelte Dir, Ich lebe, muß ich jetzo gleich Mein Schatz/ die groſſe Huld und Liebe/ 8 Von Euch, geliebte Freunde! ſcheiden,

Die unveraͤndert gegen mir Ich lebe dort im Himmelrei

Bis an mein Lebens⸗Ende bliebe.& Bey meinem Je imme kichrden. Leb wohl: Geliebter/ lebe wohl, Lebt hier ſo, wie Ihr ſterben ſollt, Da ich Dich nicht mehr ſehen ſoll. Wenn Ihr dort ewig leben wolt.

GOTSD laſſe Dich, nach ſpaten Jahren, 8 GOtt laß es hier Euch wohl So ſanfft, wie mich, gen Himmel fahren. SUnd mich Euch dort 5r anneesehe

Vas