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Die Empfehlung glaubiger Seelen gegen Gott : Wurde Bey der solennen Leichen-Begängniß der Weyland Frey-Reichs-Hochwohlgebohrnen Frauen, Frauen Anna Sibylla von Garben, Des Heil. Röm. Reichs-Freyin, auch Edler Frauen von Gibelli, gebohrner Seyfridin, hochseeligen und gesegneten Angedenckens, alls dieselbe im Jahr Christi 1740, Dienstags den 12. Jenner in dem 61ten Jahr ... entrissen ... Einer Hoch-Adelichen, Hoch- und Wohl-Ehrwürdigen und Hochansehnlichen Trauer-Versammlung von dem Altar gehaltenen Trauer-Sermon vorgestellet / von Samuel Widemann, Pfarrer zu St. Ulrich Augsp. Conf.
Entstehung
Seite
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Letzt⸗ſchuldig hoͤchſtverdientes Ruhm⸗Gedaͤchtniß. 7

gemeine Lob⸗Gericht, ſo von Ihren preißwuͤrdigen Eigenſchafften in unſerer gantzen Stadt erſchallet. In einem kurtzen Begriff vieles anzuruͤhmen, ſo hat Sie mit einem gantz rahren Exempel erwieſen, daß, wo wahre Gottes⸗ Forcht mit hohem Adel und Gluͤckes⸗Stand vereiniget, als aus einer reiche 3 3 Quelle ſich unerſchoͤpflich viele Wohlthaten nach Stand, Zuſtand, Anlie⸗ l

gen und Nothdurfft auf andere ergieſſen koͤnnen. Vor andern Tugenden leuchtete eine ungeheuchelte Gottes⸗Forcht an Ihr hervor, und hielte Sie 6SOttes Wort vor Ihren groͤſten Schatz, und pflegte zu Bezeugung deſſen, nicht nur Ihrer Drivat-Andacht, ſondern funde ſich auch in offentlicher Kirch⸗ Verſammlung gar erbaulich ein, machte ſich dabey eine Freude, wann Sie ul izu Vermehrung der Ehre GOttes etwas beytragen, und durch die Hoch achtung ſeiner Diener das Licht Ihres Glaubens konte leuchten laſſen; wie dann zu realer Erweiſung hierinnen dieſer Altar mit einem koſtbahren Denck⸗ mahl des gecreutzigten Heylandes von Ihr gezieret ſtehet.

8 Was Sie gegen den Neben⸗Menſchen vor herrliche Proben der Auf⸗

richtigkeit, Sanfftmuth, Leutſeelig⸗und Mildigkeit erwieſen, und wie Sie Ihren hohen Stand und Vermoͤgen zum Nutzen, Troſt und Erquickung an⸗ derer unermudet angewendet, belehret, angeregter maßen, das danckbare Nachruͤhmen erkaͤntlicher Hertzen und beklagender Zungen, wordurch Ihr unter Vergieſſung vieler Thraͤnen das ſchoͤnſte Ehren⸗Mahl aufgerichtet wird.

Bey al dieſem eifrigen Tugend⸗SFleiß erkante die nun in GOtt ſeelig 4

ruhende Frey⸗Frau von Garben Ihre groſſe Unvollkommenheit und 31 ſͤndliche Schwachheiten, in deren gewiſſenhafften Erwegung Sie ſich in. hertzlicher Bereuung vor GOtt demuͤthigte, und zu Staͤrckung Ihres Glau⸗l bens und Seelen⸗Kraͤfften ſich des Jahrs zum oͤfftern bey dem Genuß des l 3 Heil. Abendmahls in bruͤnſtiger Andacht einfunde; wie Sie dann ſolch hei⸗ 3 liges Werck erſt vor zehen Wochen in offentlicher Verſammlung LChriſt⸗zie⸗ mend verrichtet.

Anreichend den ſo ſchnell und daher noch viel empfindlicher zu Hertzen

dringenden Hintrit der in die ſeelige Ewigkeit eingegangenen Frey⸗Frauen 1 von Garben/ ſo iſt Sie zwar von keiner ſtarcken Leibes⸗Complexion ge⸗ weſen, und hat ſonderlich mit Anfang vergangenen Jahrs bis in den Monat Aprill eine ſehr ſchwere und ſchmertzhaffte Kranckheit ausgeſtanden; wovon Sie jedoch der Grundguͤtige GOtt Ihrem Herrn Gemahl zu ſonderbah⸗ rem Troſt voͤllig befreyet und wieder hergeſtellet, auſſer, daß ſie an der lrechten Seiten einige Unempfindlichkeit hinterlaſſen, und Sie mit Linst E atar-