Die Empfehlung glaubiger Seelen gegen GOtt. I
tiefſten Trauer ſtehen die geſmte Hochadeliche Anverwandſchafft/ ſo wenig Tage zuvor, nemlich mit dem Anfang des Jahrs, dieſe Crone ih⸗ . res Geſchlechtes in Ehrerbietung gegruͤſſet, mit hertzlichen Wuͤnſchen ge⸗ ſeegnet, und ſich uͤber ihren anſcheinenden Wohlſtand innigſt gefreuet? Ja theureſte/ Sie haben Urſache zu trauren, doch wann es Ihnen bey der Trauer um Troſt ſehr bange iſt, ſo laſſen Sie ſich den Wahl⸗Spruch ihres zu GOtt gegangenen Gemahls/ Frau Schhweſter und Frau Baſe
tooſten: Befihl dem BWERRR deine Sege/ und hoffe
auf ihn/ Er wirds wohl machen. Ja das Wort, wel⸗ ches bey der Vermählung dieſes nun durch den Todt getrenneten Edelſten Ehe⸗Paars von dieſem lltar verkuͤndiget worden: Die mit Thraͤnen ſaͤen/ werden mit Freuden erndten: Sie gehen hin und weinen/ und
tragen edlen Saamen/ und kommen mit Freuden/ und brin⸗
gen ihre Garben. Durch ſolche glaubige Empfehlung und Hoff⸗ nung zu dem Goͤttlichen Wohlmachen werden Sie die Bitterkeit ihrer ge⸗ genwaͤrtigen ſchweren Leiden verſuͤſſen, ſich in der Einſamkeit ergoͤtzen, Ih⸗ re Seelen troͤſten, nach dem Ungewitter die Sonne wieder ſehen, und nach dem Heulen und Weinen uͤberſchuͤttet werden mit Freuden:
Und ſo bleibe denn die letzte, großmuͤthige und Gottſeelige Entſchlieſ⸗ ſung des Hochbetruͤbteſten Herrn Wittibers/ der tief⸗gebeugten Frau Schweſter und der ſaͤmtlichen Leide tragenden Anverwand⸗ ſchafft dieſe:


