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Mittels, alle Viertelſtunden eine gegeben, ſtand die Kuh wie⸗ der auf und zeigte Freßluſt; ſie erhielt noch 2 Gaben und nach einer Stunde war ſie voͤllig hergeſtellt.
39) Die Kuh der Wittwe von Andreas Diez zitterte ploͤtz⸗ lich, beſonders mit den Hinterfuͤßen, fraß nicht; der Ruͤcken war empfindlich gegen Druck; die Haare waren nicht ſo glatt wie fruͤher; ſie gab keine Milch. Man erkannte dieſe Krank⸗ heit als Milzbrand, mißtrauete aber der homoopathiſchen Be⸗ handlung, und uͤberließ die Behandlung einem Andern, der ſogleich einen Aderlaß anordnete und Traͤnke dem Thiere ein⸗ ſchuͤtten ließ, allein nicht nur ohne Beſſerung der Krankheit, ſondern unter Zunahme der Krankheit. Jener ſtand nun ffrei⸗ willig von der weitern Behandlung ab, indem er die Kuh fuͤr verloren erklaͤrte. Nun kam man in der groͤßten Noth zu mir, um die homoͤopathiſche Behandlung noch als letzte Zuflucht (noch heut zu Tage oft das Schickſal der Homoͤopathie!) zu verſuchen. Ich erklaͤrte, ich wolle gern den Verſuch unterneh⸗ men, ſtehe aber durchaus hier fuͤr keinen guͤnſtigen Erfolg. Ich ließ nur alle Viertelſtunden ein Pulver reichen, und wi⸗ der mein Erwarten beſſerte ſich die Kuh ſchon nach dem er⸗ ſten Pulver, noch mehr nach dem zweiten und dritten, und nach dem vierten war ſie in wenigen Stunden vollkommen hergeſtellt. iolT2 MAHIGIIoG 6 1811—;
40) Die Kuh des Glaſers Georg Andreas Scherf ſchien anfangs mehr im Halſe zu leiden, indem ſie ſich geberdete, als habe ſie etwas im Halſe und wolle dies herausſchaffen; ſie erbrach bald darauf zweimal gruͤne Maſſen, verlor die Freß⸗ luſt. Der Beſitzer des Stuͤcks uͤberließ die Behandlung einem Andern, der dem Thiere Traͤnke eingab. Nicht lange darauf fing die Kuh an zu zittern, wankte hin und her, daß man ſah, es werde ihr ſchwer, ſich auf den Beinen zu erhalten; ſie aͤchzte und ſtoͤhnte viel, die Haare ſtraͤubten ſich, der Stuhl war verhalten. Nun erkannte man an den Kennzeichen, daß die Kuh vom Milzbrande befallen ſei und holte bei mir das Heil⸗ mittel. Die Heilung konnte ich hier nicht ſo ſchnell zu Stande bringen, wie bei den fruͤheren. Nach den erſten 4 Pulvern beſſerte ſich die Kuh etwas, namentlich ließ das heftige Zit⸗ tern etwas nach. Die naͤchſten 4 Pulver brachten auch wie⸗ der einige Beſſerung zu Wege und ich verlor den Muth daher nicht; denn offenbar war doch die Krankheit in ihrem rapiden Verlauf gehemmt und das Reactionsvermoͤgen geſtaͤrkt worden. Die naͤchſten 4 Pulver brachten ſo viel Beſſerung hervor, daß das Zittern voͤllig nachließ, die Haare wieder ihren Glanz be⸗ kamen; nur war noch kein Stuhlgang erfolgt und es zeigte


