17
Die fernern Anomalien die, v. Am⸗Pach in ſeiner Schrift noch anfuͤhrt, uͤbergehe ich, da ſie im Weſentlichen immer auf das bisher Mitgetheilte hinauslaufen. Auch wuͤrde es meinem Zweck widerſprechen, da ich nur das Noͤthigſte zuſammen zu ſtellen gedenke, was werthvolle Schriften uͤber unſern Gegen⸗ ſtand lieferten.—
Dagegen muß ich aus dieſem Schriftſteller noch folgende Eintheilung des Milzbrandes entlehnen. Die Karfunkelkrank⸗ heit verbunden*
1) mit Gehirnentzuͤndung,
2) mit Rachenentzuͤndung,
3) mit Bruſtentzuͤndung,
4) mit Leberentzuͤndung,
5) mit Milzentzuͤndung.—
Iſt Gehirnentzuͤndung mit Milzbrand vergeſellſchaftet, ſo ſind beim Hornvieh die Augen hochgeroͤthet, ſtarr, glotzend, oder geſchloſſen und ſtehen etwas hervor; man bemerkt oͤfters Hinaufſchnellen des Kopfs; außerordentliche Unruhe, beſtaͤndi⸗ ges Bruͤllen, Wuͤthen, Reißen an der Kette, Stoßen mit den Hoͤrnern, Schlagen mit den Fuͤßen und Beißen an das Holz⸗ werk, Sehnenhuͤpfen, Waſſerſcheu, ſeltene Miſtung. Manche Rinder werden ganz gelaͤhmt, und fallen wie todt hin mit Roͤ⸗ cheln und Stoͤhnen, ſie vermoͤgen ſich nicht mehr zu bewegen. Im Freien rennen ſie ſinnlos eine kleine Strecke, fallen dann nieder, ſchaͤumen aus dem Maule und der Naſe, oder Blut fließt aus dem Maſtdarm, dem Maule und der Naſe; es ſtellen ſich heftige Zuckungen und Verdrehungen des Halſes ein.
Iſt mit dem Milzbrande Bruſtentzuͤndung verbunden, ſo iſt der Athem ſehr kurz und beengt, der Huſten trocken, ſtark und haͤufig; der Hals geſtreckt, die Fuͤße werden auseinander geſtellt und das Maul ſteht weit offen. Alles Athmen geſchieht durch die Bauchmuskeln. Dabei iſt die Betaͤubung groß, die Haut aufgetrieben und knotig, die Haare ſind uͤberall borſtig aufgerichtet; die Kranken ſtehen ſchwankend, koͤnnen ſich nicht legen; verſuchen ſie es aus Schwaͤche, ſo erheben ſie ſich bald wieder, da das bedraͤngte Athmen das Liegen nicht zulaͤßt. Bei manchen bemerkt man nur, daß ſie traurig daſtehen, das Futter verſagen, bald kalt, bald warm ſind, kurz und beſchwer⸗ lich athmen und kalte Luft ausſtoßen. 4 ds
Iſt der Milzbrand mit Leber⸗ und Milzentzuͤndung ver⸗ bunden, ſo zeichnet ſich dieſer Krankheitszuſtand beſonders da⸗ durch aus: Außerſte Unruhe; eine oder die andere oder auch beide Flanken ſchwellen an, und werden ſchmerzhaft; die Thiere weichen dem Drucke an denſelben aus, ſehen oͤfters an
2.
d


