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Das buch von der Tugent und Weißheit, nemlich Neunundviertzig Fabeln, der mehrer theil auß Esopo gezogen unnd mit guten Rheimen verkleret Durch Erasmum Alberum Allen stenden nuetzlich zulesen
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Die Fabeln Eſopi. 250

Spaciern gegangen in das Hauß/ Vnd wolt ein mal die Welt beſehn/ Die mutter ließ nicht gern geſchehn/ Dann ſie beſorgt das et wan kem Die Katz/ vnd jhr das Meußlin nem/ Derhalben wolt die alte Mauß Das kindt nicht laſſen in das hauß. Nunlag der mutter an der ſun/ Wie dann die jungen kinder thun/ Vnd bat die mutter jmmerdar⸗ Sie aber nicht zufrieden war/ Vnd ſprach/ du liebes meußlin mein/ Du bringſt dich vmb das leben dein/ Ich foͤrcht das dich der Murnar beiß/ Der Muͤmar hat ein boͤſe weiß/ Wir haben gar ein boͤſen Hern/ Der frißt die arme Meußlin gern/ Vnd helt vns Meuß in ſolcher hut/ Gleich wie der Storck den Froͤſchen thut.

Das Meuflin lag der mutter an/ Da ſprach die Mutter/ nun wolan/ Wells dann nicht anders kan geſein/ Du allerliebſtes Meußlin mein/ So ſoltu folgen meiner ler/

Das dir Gott glůck vnd heil beſcher/ Deſau Wanndu herfuͤr kompſt in das hauß/ S So lauff nicht flux den plan hinauß!

Nicht ſetz dich mitten auff den platz Auff das dich nicht erhaſch die Katz/ Nicht lauff fern von dem Vatterlandt/ Vad halt dich hart nah an der wandt/ Gedenck vnd halt dich auch alſo/