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Das buch von der Tugent und Weißheit, nemlich Neunundviertzig Fabeln, der mehrer theil auß Esopo gezogen unnd mit guten Rheimen verkleret Durch Erasmum Alberum Allen stenden nuetzlich zulesen
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Dem wolgelerten/ weiſen vnd acht⸗

barn Johann Dreudſch/ Landtſchreiber zu Sie⸗ gen/ ſeinem guten Freund/ wuͤntſcht E⸗ raſmus Alberus gnade vnd frieden von Gott dem Vatter/ ꝛc.

S haben alle verſtendige

leute fuͤr gut angeſehen vnd gelobt/ das man die einfeltigen durch Fabeln/ oder gedicht/ vnd gleichniſſe vnderweiſe/ vnd GO haben recht verſtanden/ das/ wie andere Creaturen dem dienen ſollen/ der ſie ge⸗ ſchaffen hat/ alſo ſoll man auch der Fabeln vnd gleich niſſen darzu gebrauchen/ das die leute dadurch gebeſ⸗ ſert werden. Das ich aber den Fabeln die Gleichniſſen gleich mache/ iſt die vrſach/ das die Fabeln nichts an⸗ ders ſind/ dann liebliche Gleichniſſen/ vnd eben daſſelb außrichten/ das die Gleichniſſen thun.

Vnd ſolche weiſe zu leren/ wirdt auch darumb ſo ſer gelobt/ weil dadurch bey dem albern Volck viel mehr außgerichtet wirdt/ dann durch ſtrenge gebott. Dann wie die aͤrtzte/ bittere traͤnck oder Specerey mit zucker oder honig dem krancken eingeben/ auff das er kein ab⸗

- 2 ſchewens dafuͤr habe/ alſo muß man des menſchen ver

derbten natur vnd vnuerſtand mit den holdſeligen Fa beln/ Bildern/ vnd Gleichniſſen helffen.