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Das buch von der Tugent und Weißheit, nemlich Neunundviertzig Fabeln, der mehrer theil auß Esopo gezogen unnd mit guten Rheimen verkleret Durch Erasmum Alberum Allen stenden nuetzlich zulesen
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Von Eſopusleben. das ſie ſchier auch zu zungen worde weren. Da ward der Magiſter zornig/ vnd ſprach/ Du Boͤßwicht/ wie kompts/ das dir die Zungen geſtern das aller beſt waren/ vnd ſind dir heut das aller ergſte Eſopus ant

wort/ Wiſſet jhr das nicht/ vnd ſeidt ein wolgelerter

Magiſter. Geſchehen nicht durch die Zungen Todt⸗

ſchlaͤg/ Verraͤtherey/ Hurerey/ Ehebruch/ vnd al⸗

lerley vbels? Widerumb/ Geſchicht nicht durch die Zungen viel gutsAlſo lautet ein ſprichwoꝛt/ Zung wo wiltu hin? Sie antwort/ Ich will hin gehn/ vnd

ein Stadt bawen/ vnd ein Stadt zureiſſen: Dann.

ich kan beides.

Xanthus wardt zornig/ vnd het jhn gern ge⸗

ſchlagen. Da ſagt einer den geſten/ Der menſch ſolt einen wol vnſinnig machen. Eſopus merckt/ das er mit ſolchen worten gern ein ſchlagens angericht

het/ vnd ſprach zu jm/ Herr Magiſter/ jr werdt frei⸗ lich nichts zuſchaffen haben/ weil jhr frembder ge⸗

ſchefft halben/ ſo ſorgfeltig ſeit.

Da ſprach anthus/ Meynſtu dannduboͤſer

Bub/ das dieſer Magiſter allein ſorgfeltig ſeye Zeig mir einen der nicht ſorgfeltig ſey/ oder du ſolt vbel ge ſchlagen werden. Dieſer red gedacht Eſopus nach/ wie er jhm einen zu hauß bringen moͤcht/ der nit ſorg feltig were.

Des morgens geht er zu marckt/ vnd ſiht ſich vmb/ da wirdter gewahr eines einfeltigen Baͤwer⸗ lins/ mit boͤſen kleidern/ das ſaß auff der gaſſen/ vnd nam ſich keins geſcheffts an/ Da ließ ſich Eſopus be dunckt/ daſſelb Baͤwerlin ſolt freilich nit allꝛu ſe

eltig

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