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Das buch von der Tugent und Weißheit, nemlich Neunundviertzig Fabeln, der mehrer theil auß Esopo gezogen unnd mit guten Rheimen verkleret Durch Erasmum Alberum Allen stenden nuetzlich zulesen
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Von Eſopus leben.

die Zunge iſt ein Tolmetſcherin der weißheit vnd gu

ten lere..

Darnach hieß anthus Eſopum ein ander gericht aufftragen/ da brachte er widder ein gericht Zungen/ die waren geſotten. Da ſprach anthus/ Bringſtu wider Zungen? Wo kompſt du mit den Zungen her? Eſopus ſprach/ Oes iſt ein koͤſtlich ge richt vmb gute zungen. Als man nun auff das dritt gericht wart/ da kom̃en wider zungen. Eih wie kom̃t es doch(ſprach Fanthus)das du nichts dann Zung

en bringſte Eſopus antwort/ Habt jhr mir nicht be⸗

fohlen das beſt zukauffen/ das ich auff dem Marckt fuͤnde? Nun will ichs an euch alle laſſen/ ob nit die Zung dasbeſt ſey/ denn alles was der menſch im her tzen hat/ dz muß die Zung an tag bꝛingen/ Vnd alles was wol außgericht werden ſoll/ das muß durch die Zung geſchehen/ alſo/ das Heſiodus auch ein ſtill⸗ ſchweigende zunge lobt/ von jhres adels wegen. In ſumma/ alle gericht ſo Eſopus aufftrug/ waren Zũg en. Wz ſolt Xanthus thun/ Es verdroß jhn wol/ das ſein geſt nichts zu eſſen hatten/ dann eitel Zungen/ doch ließ ers darbey bleiben/ vnnd ſprach zu Eſopo⸗ Wolan/ weil du denn ſo ein geſchickter geſell biſt/ ſo denck vnd keuff vnns morgen das ergſte/ das du auff dem marckt findeſt/ ſo will ich die herrn wider zu gaſt laden. Eſopus ſprach/ Ja lieber herr Magiſter/ ich will gehorſam ſein. Eſopus geht hin/ vnd kaͤufft wi⸗ der eitel Zungen. Als man nun eſſen ſolt/ da bringt er wider nichts anders dañ Zungen zutiſch. Die guten

Herrn mußten widerumd eitel Zungen eſſen/ alſo/ ij das