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Das buch von der Tugent und Weißheit, nemlich Neunundviertzig Fabeln, der mehrer theil auß Esopo gezogen unnd mit guten Rheimen verkleret Durch Erasmum Alberum Allen stenden nuetzlich zulesen
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Von Eſopus leben.

als kennet er das hauß nit. Da fragten jhn die maͤg de/ wz er mit den Gaͤnſen Huͤnern allenthun wol te? Er ſagt/ Eih/ meinem Herren iſt ſein Weib ent⸗ Lauffen/ vnd will nit wider zu hm kommen. Darum̃ hat er fuͤr/ ein andere zunemen/ vnd ein wolleben an zu richten/ Das bedeuten die Gaͤnß/ Huͤner/ End⸗ ten/ vnd Tauben die ich trage.

Da lieffen die Maͤgd hinauff zum Weib/ vnd zeigten jhr ſolche newe maͤr an/ Als ſie das hoͤret/ war jhrs bleibens nicht lenger/ macht ſich heim/ vnd ſagt zu jhrem Mann/ was das ſein ſolt/ das er ein ander Weib nemen wolt/ Ihr ſolt nicht gedencken (ſpꝛicht ſie)das ichs euch vergoͤnnen werd/ das jr ein andere nemet/ ſo lang ichs leben hab. 1

Panthus verwundert ſich ſehr/ wo doch das Weib mit den reden herkaͤme/ biß daser merckt/ es muͤſt durch Eſopum alſo angericht wordẽ ſein/ weil er geſagt hatte/ er wolt jhm das Weib wol wider heim bringen. In ſumma/ das Weib wolte da nicht wider auß dem hauß/ vnd ſolche fahr nicht mehr be⸗ ſtehn/ vnd jhe bleiben/ vnd gehorſam ſein/ dann das ein andere an jhr ſtat kommen ſolt/ Das bꝛacht Eſo pus mit ſeiner behendigkeit zuwegen. 4

Darnach lude Xanthus ettliche Magiſtros vnd gelerte Leut zu gaſt/ befahl derhalben dem Eſo⸗ po/ er ſolt das beſte kauffen/ das er auff dem marckt fuͤnde. Eſopus fert zu vnd kaufft eitel Zungen. Als man nun eſſen ſolt/ bringt Eſopus daher ein gericht von gebratẽ Zungen/ das geſiel den Magiſtris wol/ als oh man jhnen mit ſolchem gericht hoffiert/ Dañ

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