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Das buch von der Tugent und Weißheit, nemlich Neunundviertzig Fabeln, der mehrer theil auß Esopo gezogen unnd mit guten Rheimen verkleret Durch Erasmum Alberum Allen stenden nuetzlich zulesen
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Von Eſopus leben.

ſahe/ vnd hieß jn auch zugreiffen/ vnd holtz in die kůͤ chen tragen/ Da nam er die axt in die handt hieb holtz/ Der wirt kumpt darzu/ vnd ſihet den Haͤupt⸗ man holtz hawen/ vnd erſchrickt vbel. Da ſprach der

aͤuptman/ lieber wirt ſey du nur zu frieden/ mein gantzer leib muß des heßlichen angeſichts offt entgel ten. Desgleichen ſchreibt man/ das Socrates vnnd Epictetus heßlich/ vnd doch gelerte vnd weiſe Leut waren.

Demnach ſchreibt Homerus/ wie Gott eim menſchẽ nit alle gaben zugleich geb/ dauon lieſe die 3z. Fabel von der Nachtgalꝛc. Da iſt etwan ein fei⸗ ner Mañ vnd vbel beredt. Dargegen findt man ein heßlichen/ der iſt wol beredtꝛce.

Als nun Eſopus ſampt andern knechten ſolte vber feldt zu marckt gehn/ das man ſie verkaͤufft/ da muſt jhrer jeglicher etwas zu marckt trag?. Eſopus aber bat ſeinen herꝛn/ er wolt jm nicht zuſchwer auff laden. Da ſprach ſein herꝛ/ er ſolt tragen welche laſt er wolt. Da verſucht er alle buͤrden/ wie ſchwer ein jegliche wer/ vnd fert zu/ vnd nimpt die aller ſchwe⸗ reſt buͤrd/ nemlich ein korb voll eſſens vnd trinckens/ welchen ſunſt jrer zwen zutragen verordnet waren/ da lachten ſie ſein alle/ vnd hielten jn fuͤr ein gecken. Alſo zohen ſie hin. Eſopus gieng das jm der ſchweiß außbrach/ vnd kundt den andern ſchwerlich folgen. Vmd den mittag ruheten ſie/ vnd zechten/ dauon ward Eſopus korb leichter. Des abendts ward der korb abermal leichter/ Alſo/ das Eſopus bald dar⸗ nach den andern allen weit zuuor gieng. B ij Da