3 Trauer⸗und Troſt⸗Gedichte. 140
Wiewohl faſt jene Braut ſcheint ihr den Preiß zu nehmen/ Die aus des Braͤutgams Aſch ein Sand⸗Uhr machen licß/ Und mit der Thraͤnen⸗Fluth den Sand⸗Lauff zu beſchaͤmen/ Bey jedes Koͤrnlein Fall ein Dutzend Ach! ausſtieß. a duß ſie nimmermehr des Liebſten moͤg vergeſſen/ Sollt die Bewegung Ser der Todten Aſche ſeyn Die Uhr/ nach welcher Sie wollt ihre Tage meſſen/ Biß beeder Seel und Leib die Ewigkeit verein. Noch mehr gefaͤllet mir Melanien Entſchluſſen/ Da vom Geſetz der Eh' Sie G0TT gemachet frey. Sie danckte voller Troſt/ daß GO TTES zu genüͤſſen/ Und ſeine Braut zu ſeyn/ Sie nunmehr tüͤchtig ſey. Das letzt und Chriſtlichſte Frau Palmin hat erwaͤhlet Da ihr der friſche Schmertz das erſte gab an Hand/ Das Trauren nach Vernunfft hat bißher nicht gefehlet/
Doch troͤſtet nun ihr Hertz der Wiederbringungs⸗Stand. Auch klaget biß dahin/ daß mit Ihr hat verlohren
Den allertreuſten Freund/ und Glaubens Mit⸗Ringer/
it Deme das Geſchick zum Leiden hat erkohren
Den zu dem Sterben ſich ſchickenden Witzinger.
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