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Eine Wohl-vollbrachte Ritterschafft Und Wallfahrt zur ewigen Wohlfahrt, Dardurch man des Himmlischen Kleinods wird theilhafft : In einer sonderbahren Leichen-Rede, Aus 2. Tim. IV,7. 8. Nach dem seeligen Ableiben Des ... Herrn Johann Heinrich Palmen ... Hof-Jubiliers, und Niederlags-Verwandten zu Wien ... Als Derselbe ... 1710. den 18. Aprilis allda seelig gestorben ... / Vorgestellt und auf Begehren ausgefertiget Von M. Ludwig Carl Ditzinger, Ministerii Seniore
Entstehung
Seite
139
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Derzweifflung nicht Großmuth/ gibt piche Wehr zur Hand/

Troſt⸗und Trauer⸗Gedichte. 339

Die Lection, ſo heißt: Brich deinn/ dult ahdren V Willen!

Hat Ihn/ GOT/ Zeit und Amt und Stand auch wohl gelehrt/ Und ach! wie ſchnelle kams/ paſſive zu erfüͤllen/

Die Ordre, die das Fleiſch ſtets forcht/ der Geiſt nur ehrt! Sein Glaube legte ſich in ſeines Heilands Bilde/

Und rang nach Krafft/ zum Sieg/ in Leibs und Seelen Streit/ Die Lieb/ blieb auch im Tod/ wie in dem Leben milde;

ſtieg auf zur Ewigkeit. So gab Er GO2 den Geiſt ſleg au zu Ewigkeit.

Solches wolte zu Bezeugung ſchuldigſter Devotion gegen ſei⸗

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nem/ da Er lebie/ Vaͤtterlich gegen Ihm Geſinnten/ da⸗ dero auch/ nachdeme Er tod/ kint lich zu ehrenden und hoch⸗ wertheſten Herꝛn Vetter mit bey etzen

Johann Heinrich Magirus,

Stadtſchreyberey Scribent zu Beyhlſtein.

ESSRNS2AESS22SSaSSnNSSanSSansSausans IX

SSST Mann und Weib aus zwey ein Fleiſch durchs Band der Ehe/ unsd iſt auch uͤber diß eins worden Hertz und Seel/ DSSo iſt es moͤglich nicht/ daß je zu trummern gehe Diß Band durch eines Theils hinriß ins Grabes Hoͤl.

Die wahre Liebe hat ein unverweßlich Leben/

Iſt ſtaͤrcker als der Todt/ beherrſcht die Eitelkeit/ Mackt ſeelen in dem Todt feſt aneinander kleben/

Sie bleibt ein Pelican/ ein Phoͤnix ihrer zeit: Es ſtuͤrtzt in Indien das Ehweib ſich in Flammen/

Ins Feuer ſo den Leib des Ehemanns verzehrt/ Damit auch bleib im Todt die Seel und Leib beyſammen/

Die eine Liebes Glut im Leben hat genaͤhrt. Wird ohne Blut und Todt das Haupt nie abgeſchnitten/

So wird nicht ohne Blut vom Mann getrennt ein Weib. Die weiblich Palme hat ſtets Untergang gelitten/

Wenn ihr der Palmen⸗Baum getrennet ward vomn Leib. Es ſcheint mehr Tapfferkeit mit deme gleich zu ſterben

Mit deme das Geſetz zu Lieb und Leid verknuͤpfft Und lauter Zartlichkeit noch hegen in den Scherben

Ein Leben/ das der Todt noch niemahl uͤberhuͤpfft. Darum hat Porciã nicht wollen uůberleben

Des Edlen Brutus Tod/ ob Haar/ Strick und Gewehr Ihr gleich entzogen ward; hat ſie ſich doch vergeben

Mit Opffer⸗Glut/ daß ſie die Liebe nicht verſehr.

Doch das iſt Unvernunſſt und Heydniſches Beginnen) Die