Druckschrift 
Eine Wohl-vollbrachte Ritterschafft Und Wallfahrt zur ewigen Wohlfahrt, Dardurch man des Himmlischen Kleinods wird theilhafft : In einer sonderbahren Leichen-Rede, Aus 2. Tim. IV,7. 8. Nach dem seeligen Ableiben Des ... Herrn Johann Heinrich Palmen ... Hof-Jubiliers, und Niederlags-Verwandten zu Wien ... Als Derselbe ... 1710. den 18. Aprilis allda seelig gestorben ... / Vorgestellt und auf Begehren ausgefertiget Von M. Ludwig Carl Ditzinger, Ministerii Seniore
Entstehung
Seite
137
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Trauer⸗und Troſt⸗Gedichte. Hab ich im Eßlingen/ das meine Eltern flohen/ Gefunden Eltern Treu 2 83 meiner Eltern ſtatt/

an]

Da ich verlachen kunt des Ungluͤcks ferners Trohen/

Weil meines Vettern Schooß mich auffgenommen hat. Allein eh ichs gedacht/ ſeh ich auch den verblaſſen/

6 Tochter tt nen mi e

Deer Seinen Soͤhnen mich als Seu ſeer zugezehlt/ Und muſte allerdings mich klagen gantz verlaſſen/ 1

Wenn mich die wehrte Baaß nicht haͤtt als Kind erwaͤhlt. Nun ſamt der Mutter ich zwey Vaͤtter dort verehre/

Doch eine Mutter mir auff Erden uͤbrig bleibt/ Die zu behalten mir kein Ungluͤck forthin wehre/

Biß mit den Lebenden der Todt uns dort vereint!

Wormit erneuert das unſterbliche Angedencken der ſeelig Verſtor⸗ benen

Anna Latharina Leibnitzin.

920220,0786,0326,9320,0380 ,9360,0480,0280,9380,0Ooe 2 1xX.

[X Sünd/ du Todes⸗Ouell/ du weſentliches Sterben! 9 Du Drach und ESlangen Saam du inn⸗ und aͤuſſers Gifft! Du ſchroͤcklichs Hoͤll⸗Gewuͤrck! du allgemein Verderben! Du Satans⸗Pfeil/ ſo auch das Marck der Seelen trifft! Du Unausſprechlichkeit! du eingedrungnes Weſen/ Ins Geiſt- und Menſch⸗Geſchopff! du Schaͤndung der Natur! Du Grund/ warum der Meuſch nie voͤllig kan geneſen! Du Wider⸗SOtt! du Wider⸗Chriſt! du ſtete Jammer⸗Spuhr! O Tod/ du Süͤnden⸗Frucht! du Sunden⸗Lohn/ und Spiegel/ Du Schrecken der Ratur! du nFundarekohn⸗ pes Du Pruͤfer unſers Sinns du feurger Schmeltzungs Tuͤgel! Du Schwitz⸗Bad/ deine Hit zeigt recht der Suͤnden⸗Dampff! Du Ordnuug nach dem Fall! du Mittel zur Verklaͤrung! Du zeigeſt Lieb und Zorn; O dunckles Wunder⸗Bild! In dir erkaͤmpfft das Kind/ vom Vatter die Brwahrung;: Der Suünden letztes Recht wird auch in dir geſtillt.

O Wunder⸗Rath in dir! den du/ O GOTT! erfunden/ Daß weil der Menſch ſich ſeibſt/ agendo hat verwundt/

Ihm patiendo nur die Wunde wird verbunden/ und Ihm ſein eigen Thun in eignem Leiden kund/

8 4 4. Das