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Eine Wohl-vollbrachte Ritterschafft Und Wallfahrt zur ewigen Wohlfahrt, Dardurch man des Himmlischen Kleinods wird theilhafft : In einer sonderbahren Leichen-Rede, Aus 2. Tim. IV,7. 8. Nach dem seeligen Ableiben Des ... Herrn Johann Heinrich Palmen ... Hof-Jubiliers, und Niederlags-Verwandten zu Wien ... Als Derselbe ... 1710. den 18. Aprilis allda seelig gestorben ... / Vorgestellt und auf Begehren ausgefertiget Von M. Ludwig Carl Ditzinger, Ministerii Seniore
Entstehung
Seite
128
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128. Trauer⸗und Troſt⸗Gedichte. Drum nicht Frau Palmin Ihr allein/ auch Wir beklagen/ Daß mit dem werthen Hauß zugleich auch unſrer Stadt/ Wie mit mir redliche Rathts⸗und Amts⸗Freunde ſagen/ Den Vatter/ Freund und Zierd der Tod geraubet hat.

So zeuget und beſeuffzet den fruͤhzeitigen Verluſt ſeines geehrteſten eh⸗ mahligen Herrn Collegæ und ſehr wehrteſten Freundes

Fohann Philipp Weickers⸗Reuter/I. J. D. J h Phüipp We Ober⸗Steurer 1.1.0 Forſtmeiſter.*

MSSa2S3a16 34NS2a12e2SD4S2aIe2, 3u2S Drauer⸗Gedichte 17

Der Valmiſchen Freundſchafft.

2 B gleich von einem Blut her alle Menſchen ſtammen/

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So hat ſie das Gemuͤth doch ſo getheilt von ſammen; Daß gleich nicht einig blieb der erſten Bruͤder⸗Paar/ Da Neid und Eigenlieb der erſte Schiedsmannwar.

Und da Fried oder Krieg die Hertzen ſollen binden/ So ſah' durch bede man die Eintracht mehr verſchwinden. Dann was der Fried vereint/ hat Widrigkeit zerſtreut/ Und was der Krieg gepaart/ hat auch der Fried entzweyt. So gehts/ wenn aus dem EINS mau einmahl ausgegangen/ Und Glieder Ketten gleich nicht aneinander hangen/ Daß aller Orten man das wahr zv ſeyn erfaͤhrt: Was Einigkeit ernaͤhrt/ das hab der Krieg verzehrt. Wir Palmen)/ welche hat ein einger Stamm getragen/ und eine Bruſt geſaͤugt/ mit Warheit koͤnnen ſagen: Daß gleicher Sinn und Lieb uns worden eingefloͤßt/ Welch Band pon Jugend auf kein Zwieſpallt auffgelößt. und wie uns Bruder hatſtets eine Seel beſeelet/ So hat der Seegen auch mit allen ſich vermaͤhlet. Auch dieſen Piſchel Pfeil bißher kein Neid zerbrach/ Daß nicht bey jedem Griff er ſich die Haͤnd verſtach. Es trennt auch nicht der Todt/ kein Seſhſ kan entfernden Uns wenn ſchon Land und Meer Uns theilet Erd und Sternen. Die Seele bleibt vereint/ es ſteht fur einen Mann Johann David von Palm/ Frantz/ Heinrich/ Jonathann⸗ Aus zweymahl Zweyen zwar den Zweyten wir beweinen/ Nach dem was ſterblich iſt; doch wird uns einſt vereinen Die Wiederbringungs⸗Zeit/ mit dem was jetzt auffreibt Der Todt/ da unterdeß der Geiſt vereinigt bleibt. uNS eine Mutter hier und Todten⸗Krufft wird ſchlieſſen/ Und einer Seeligkeit dort UNSER Geiſt genieſſen/

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