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Eine Wohl-vollbrachte Ritterschafft Und Wallfahrt zur ewigen Wohlfahrt, Dardurch man des Himmlischen Kleinods wird theilhafft : In einer sonderbahren Leichen-Rede, Aus 2. Tim. IV,7. 8. Nach dem seeligen Ableiben Des ... Herrn Johann Heinrich Palmen ... Hof-Jubiliers, und Niederlags-Verwandten zu Wien ... Als Derselbe ... 1710. den 18. Aprilis allda seelig gestorben ... / Vorgestellt und auf Begehren ausgefertiget Von M. Ludwig Carl Ditzinger, Ministerii Seniore
Entstehung
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rauer und Troſt⸗Gedichtt., Von ſeinem Leibe ſich; ders mit dir gut gemeint/ Und wuͤnſchet bald zu ſeyn ewig mit dir vereint.

Solches ſetzet, aus auffichtigem Hertzen/ zu wohlve dienten Ehren ſeinem hochgeehrteſten Zerrn Gevattern/ liebwertheſten Freund

uund Nachbarn Priderich Balthaſar von RhauLI. J. D. Einer ohnnnttelbahren Reichs⸗Ritterſchafft in Schwaben/ Orts am Kocher/ Conſiliarius und Stadt Ammann allhier.

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II.

As/ ſagt mir/ iſt ein Leib/ was ohne Haupt die Slieder? Monſtroſe Mißgebnrth/ zerſtickter Schlangen⸗Schwautz⸗ Wo in dem Regiment die Haupter ſincken meder/ So geths eade olch ans Hertz der Leib erſchuttert gantz.

Der hohen Ce dern Fall ſtuͤrtzt auch zugleich die Tannen/

Wie eines Hügels Sturtz das niedre Thal erſchrockt. Da dort die Qlell verſtopfft/ die Fluͤſſe auch zerrannen; Der Sonnen zinſterniß der Sternen Lieeht bedeckt Fehlt einer Heerd der Hirt ſo wird ſie ſth zerſtreuen/ Und aller wilden Thier Frey⸗Beuthe muſſen ſcyn. Haut man die Wurtel ab den allergruͤnſten Meyen/ So wird zugleich der Safft der Aeſte trocknen ein. Wenn ohne Steuermann und Ruder iſt ein Schiffe/ Wenn Ihm der Seegel fehlt und richtiger Compaß/ So rennt es hin und her/ biß ins Verderbens Luff/ Und ſchuͤttet ſeine Wnar in das ungrundlich Naß. So/ wenn der Mutter Bruſt dem Saͤugling wird entzogen/ So iſt Er Iſmagel dort in der Wuͤſten gleich. und wenn dem Taͤulblein iſt der Ehegatt entflogen/ So ſetts ſich dnhnnernehr auf eine gruͤne Eych. Itt nun Herꝛ Palm ſchon nicht das Haupt allhier geweſen/ So war Er doch wohl mehr ale Aug und Ohr dem Haupt. Wie Hand und Fuß zu ſeyn dem Leib Er ſich erleſen/ Vor der Regenten⸗Stell/ die Ihm die Wahl erlaubt.

Er war das Hertz der Stadt/ wos Blut zuſammen ſi neras Heth be das Leben ſelber but zuſau men flieſſet/

Von wannen ſich die Krafſt in alle Glieder gieſſet

Ohn die der ge ntze Letb iſt elend ranck un 8 Solch Zeugnuß eben Ihm dir a 5 gte Proben/

Da Er gew bnhafft hauf gemeinen Nütz; Daß es nur Uberfluß mnt rten wollen loben/

Den/ deſſen Redlichkeit dem Neid noch bietet Trutz

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