124 Trauer⸗und Troſt⸗Gedichte. Hat ſchon manch rauher Wind verſucht Sie umzuwehen/ Gleichſam den palmen⸗Baum bom Baum zu reiſſen aus, Hat Er doch hertzlich gſucht aus Ihm in Ihm zu ſtehen/ So Ihm gelnngen auch biß in das Endhinaus. Doch iſt der Palm⸗Baum jetzt/ denckſt du/ ja ausgehauen/ Hat nicht die Todes⸗Axt Ihn endlich doch gefaͤllt? Rein/ nein des Glaubens⸗Aug das weiter kan durchſchauen Als du/ das ſieht/ wie Er ins Paradieß geſtellt. Des Todes Macht hat nur die Rinde abgeſchmiſſen/ Den Leih/ der zwar verweßt/ doch wird verklaͤrt zulett! Der Kern/ die Seele/ iſt mit nichten weggeriſſen: Iſt ſie nicht vielmehr jetzt in JEſum recht verſetzt?. Der( treu⸗gerechte Paim nun wie ein(d) Palm⸗Baum bluͤhet.
Sü Rruchtbar/ grun/ und friſch zu ſeines IEſu Preiß/
Weil Er aus Ihme ſelbſt dem(e) Lebens⸗Zoltz ſtets ziehet In ſich den Lebens⸗Safft in GOttes Paradiß. Frau Palmin aber nun der(t) Sulamitin gleichet/ Die von dem Kreut gedruckt ſich nicht von GOtt abneigt/ Vielmehr durch Creutzes⸗Laſt des Pelm Baimns Lang erreichet/ in grade Laͤn Wann Seel und Geiſt zu GOtt in 98 Ade rc kafft aufſteigt. Ein Baͤumlein/ auf dem Feld vom Wind herum getrieben/
Die Wurßlen in die Erd nur deſto tieffer ſchlaͤgt: So die gepruͤffte Seel/ die doch in GOtt geblieben/. Erſt wurtzelt tieff im Grund/ und(s) Geiſtes Fruͤchten traͤgt.
(b) Eph. IV, 13. 14.(c) Eſa. LXI, 3. fin.(d) Pſ. XClI, 13-15.(e) Offenb. XI, 7. c. XXII, 14.(f) Hohelied Sal. VII, 7.(g) Gal. V, 22.
Zum aufrichtig treueſten Angedencken ſeines ehmahl hochweriheſten Herin Hoſpitis aufgeſetzt von
Theophilo Seeger, damahligen
Informat.
XIII.
O Jammer⸗volle Poſt: Herr Heinrich Palm iſttodt!
Wie? kan es dann wohl ſeyn/ daß auch ſafftreiche Palmen * Gantz wider die Natur in ſchwerer Laſt und Noth Erbrechen/ und wie Staub in ſchwartzer Erd zermalmen? Ach freylich ja ſo iſts/ Ihn naget ſchon der Roſt: O Jammervolle Poſt!
Daß
*Nititur in pondus Palma,& conſurgit in altum, Quo magis hæc præmitur, hoc mage tollit onus.


