98 KChriſtliche
Was ſuch ich Feind? Ich find ihr ſelbſt in mir. Mein ſuſterns Fleiſch auf⸗
ruͤhret fuͤr und fur. Begterd nach Gut/ nach Wolluſt und nach Ehren/ ſich wider
Geiſt und Seele ſtets empoͤren. 6OT ſelbſt an mir zu pruͤffen die Gedult/ in Ungnad offt verſtellet ſeine
Huld. Der letzte Feind/ der Tod) ſteht mit dem Bogen/ hat gegen mich die Se⸗ nen angezogen.
Fleiſch/ Hoͤll und Welt mag kommen auf den Plan: Ich trett getroſt den
Kampff der Chriſten an/ mit Chriſtus Huͤlff. Wie arm auch mein Vermogen;
will ich doch nicht die Waffen niederlegen.
Du wirſt mir Krafft/ HErꝛ JEſü/ theilen mit: Wenn mit dem Feind ich nur nicht mache Fried: ob ich erlieg/ ſo haſt du doch geſieget. Wie ſchwach ich kaͤmpff/ der Wille dich vergnuͤget.
Ich halte ſtill’ bekaͤmpfft mit GOtt und Tod. Gott ſucht mein Heyl: der Tod/ als SOttes Bott/ zum Abdanck⸗Platz mich fuͤhrt/ zu GOttes Tirone/ da wart auf mich die guͤldne Sieges⸗Crone.
Ach ſchoͤne Cron in meines HErrn Hand! Wen ſeh ich dich dortin der Engel⸗ Land? Kaͤmpff meine Seel/ lauff an/ und halte Glauben/ ob Blut und Suͤnd dir unter Augen ſtauben.
Wohl mir! wenn ich den guten Kampff gekaͤmpfft/ menn meine Feind jetzt alle ſind gedaͤmpfft. O ſuͤſfe Muͤh! die ſo zur Ruhe fuͤhret. O ſeelige Seel! wenn dich die Crone zieret!
Mit dieſen letztern wollen auch wir es halten/ und was uns aus eigenen
Kraͤfften zu ſchwer/ ja unmoͤglich/ ſuchen in der alles leicht machenden/ und Ver⸗ moͤgen gebenden Krafft Chriſti zu erlangen und auezurichten/ zu GOttes Lob; in der Verſicherung/ daß auf ein ernſtliches Ringen ein ſeeliges Vollbringen/ auf den Krieg/ der Sieg/ auf den Streit die Beut/ auf den Lauff die Ruhe und Seeligkeit/ auf das Jagen das Ergreiffen erfolgen werde; und alſo das Jageu/ Lauffen/ Kaͤmpffen/ nicht werde ewig/ der Beſitz/ Genuß/ Freude aber und Ver⸗ Wügen werde unendlich ſeyn. Das macht den Gerechten im Tod getroſt. Prov.
IV, 32. Er ſiehet auch mit einem Aug an die Belohnung/ Hebr. XI. daß es nicht ewig werde kaͤmpffens und Lauffens Helten ſondern eine ewige Ruhe vor⸗ handen ſcye fuͤr das Volck der Rechten GSttes/ und eine ſtoltze Ruhe und Zeit der Erquickung fuͤr dem Angeſicht des HErꝛn/ da kein Feind/ kein Leid/ kein Ge⸗ ſchrey mehr ſeyn werde. Apoc. XIV. Da wird es bey einem geplagten Moſes und Hiob/ bey einem herum getriebenen David/ und wider Vernunfft und Hoffnung glaubenden Abrahain recht heiſſen: Ich habe einen guten Kampff
ekaͤmpfft/ ich hab den Lauff vollendet ꝛc. Die vorige Muͤhe/ Gefahr und Truͤb⸗
maat iſt nicht werth der Herꝛlichkeit/ die au uns ſoll offenbahret werden. Rom,
VIII. Es iſt uns die Helffte von ſolcher Himmliſchen Salomoniſchen Herꝛlich⸗ keit nicht geſagt worden. Dann/ wann an groſſer Herren Hofin/ ſchreibt eine
gelehrte academiſche Feder/ Inveſtituren/ Lehn⸗Enipfangungen/ Ritterſchla⸗
gungen fuͤrgehen/ was Pomp und Solennitaͤt/ zulauffens und Schau⸗Begierde
iſt da? was fuͤr Magnificenz wird denn in dem actu ſeyn/ wenn ſo viel 1000.
Candidaten von der Hand des HEran das ewige Reich und die ſchoͤne Crone empfangen werden? was fuͤr ein Panegyricum von gecroͤnten Haͤuptern wirds da abgeben? gegen welchem actu alle inthroniſirung hoher Welt⸗Potentaten lauter Dockenwerck/ ein eitles zu rechnen ſeyn. Muͤß man ſchon vor der Croͤ⸗ nung/ als ein geſalbter David viel Ungemach ausſtehen; Mit Jacob/ nach er⸗
langtem Recht der Erſtgeburth/ noch viel Jahre dienen; ja den Raub aller
zeitlichen Guͤter erdulden. Hebr. X. So hat mans doch gegen jener Herzichteir und ſeeligen Ewigkeit fuür Koth/ fuͤr einzele Tage zu achten/ Gen. NXXIX. und wird man alles vorigen Leidens wegen der uͤberſchwenglichen Freude nicht neßr
* geden⸗
1111
————.r·ͤ ͤsͤͤ ͤ— ͤnsS——


