Fhriſtliche— „wie Er ſie ſelbſten ſo liebreich lockete Matth. XI. und Joh. XII, 32. Wann vich erhoͤhet bin von der Erden, will ich ſie alle zu mir ziehen. 81 „ Serner auſſerte ſich die wahre Vorbereitung unſers Seeligverſtorbenen zu „ſeinem Tod in der Gelaſſenheit und willigen Ergebung in den Wil⸗ »len GOttes. 25 „ Es befande ſich bey Ihm das gedultige Leiden der Schmertzen/ und Be⸗ „ſchwerden ſeiner Kranckheit/ Er murrete nicht darwider/ ſondern war damit „wohl zu frieden/ eingedenck/ daß Er ſo wohl dieſelbe/ als nun nach dem Ab: „ſchied die ewige Feuer⸗Qual wohl verſchuldet haͤtte; Was es vor eine Guade „ſey/ daß der Hunmliſche Vatter dieſe Ihm gar erlaſſen/ und daß ſolch Leiden „Hitz/ Schmertzen und dergleichen als ein Feuer ſey/ damit der HERR bereits vin dieſem Leben die Seele von vielem ſundlichen Unrath reinige/ und gleichſam »ausbrenne da ſie ſonſt vielleicht noch nicht in dem Stand waͤre/ vor dem »HErrn würdiglich zu erſcheinen. Denn es gehoͤret einmahl das Leiden und „ſolche Schmertzen zu dem verweſen des aͤuſſerlichen Menſchens/ damit der innerliche immer mehr erneuert werde 2. Cor. IV, 16. Dannenhero unter⸗ „warff der Seelige allezeit ſeinen Willen dem Willen ſeines Himmliſchen Vat⸗ 5 dan und ſprach mit Chriſto: Vatter nicht mein Will/ ſondern dein Will ge⸗ „ſchehe. „ AnN dieſer ſeiner Glaubens⸗Freudigkeit noch mehr ſich zu beſtaͤrcken gebrauch⸗ „te Er die zu ſolcher Staͤrckung noͤthige Mittel/ das Wort GOttes und „das Heil. Abendmahl. Es iſt leider! bey den meiſten/ die ſich Chriſten „nennen/ dahin gekommen/ daß ſie meinen wann ſie ſich mit dem Heil. Abend⸗ „mahl vor ihrem Ende verſehen laſſen/ ſo ſey Ihnen diß bloß auſſerliche Werck/ „oder opus operatum, ſchon ein Zehr⸗Pfenning in dem Himmel/ ſie mochten „wahre Buße gethan haben oder nicht, ſie moͤchten in einem Zuſtand ſeyn da⸗ „rinnen ſie wollten. Aber bey unſerm Seeligverſtorbenen war es kein ſolcher „Aberglaube/ Er brauchte es noch in einem ſolchen Stande/ da Er den Tod „des HExꝛn/ oder ſeinen Gehorſam/ Leiden/ Sterben und Verdienſt verkuͤn⸗ „digen/ oder durch ſolche Erinnerung ſo wohl/ als die Krafft des Leibes und Bluts „Chriſti ſelbs ſeinen Glauben ſtaͤrcken konnte. Da ward es Ihm zum rechten „Zehr⸗Pfenning/ wir es die Alten genennet/ mit welchem Er durch das fin⸗ „ſtere Todtes⸗Thal ſicher durchwandern koͤnnen.
„ Darauf folgte dann letzlich ein hertzlich Sehnen und Verlangen „nach der Ewigkeit/ nicht zwar aus Verdruß des Lebens oder der hefftigen „Hitze und Leidens/ ſondern aus hertzlicher Liebe zu ſeinem GOtt und Hei⸗ „land JEſum Chriſtum. Welches Verlangen ſich ſonderlich zeigete; als ich „Ihm aus 2. an die Corinth. das 5. Cap. vorlaß. Da ſprach Er: Ach wie a gerne moͤchte ich auch daheim ſeyn/ und meine Wallfahrt zu vollenden! Wie
„der Hirſch ſchreyet nach friſchem Waſſer/ ſo ſchreyet meine Seele
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„GOTS zu dir. Pf. XLII. und mit der Braut Offenbah. XXII. ult. Amen „ja komm HEr: JEſu! komm bald; Komm du ſchoͤne Freuden⸗Crone bleib
„nicht lange/ deiner wart ich mit Verlangen. Da Ihm das Lied: Sieh hier bin ich Ehren⸗Koͤnig ꝛc. und aus denſſelbigen der letzte vers(DieſerZeiten „Eitelkeiten/ Reichthum/ Wolluſt/ Ehr und Freud/ ſind nur Schmer⸗ „tzen meinem Hertzen/ welches ſucht die Ewigkeit. Laß dich finden/ groſ⸗ „ſer GOtt ich bin bereit) vorgeleſen wurde/ empfand ſeine Seele abermahls
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