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Eine Wohl-vollbrachte Ritterschafft Und Wallfahrt zur ewigen Wohlfahrt, Dardurch man des Himmlischen Kleinods wird theilhafft : In einer sonderbahren Leichen-Rede, Aus 2. Tim. IV,7. 8. Nach dem seeligen Ableiben Des ... Herrn Johann Heinrich Palmen ... Hof-Jubiliers, und Niederlags-Verwandten zu Wien ... Als Derselbe ... 1710. den 18. Aprilis allda seelig gestorben ... / Vorgestellt und auf Begehren ausgefertiget Von M. Ludwig Carl Ditzinger, Ministerii Seniore
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65 Khriſtliche

n aufhalten/ oder wie der meiſte Pauff nach dem Lauff dieſer Welt wandles dle

er Weg zur Ehren⸗ und Lebens Pforte ſo rauh/ od/ und wenig Gefertſchafft dar⸗ auf zu finden; wie ſo viel Judiſche Sinne in der Wuͤſten mitten in dem Lauff niedergeſchlagen da ligen/ welche im luͤſternen Hertzen das knechtiſche Egypten Canaan vorgezogen/ eine kleine Mühe geſchiehen und das Ziel ſich verrucken laſ⸗ ſen; daß man ja nicht ſtille ſtehe/ wie Loths Weib/ noch die Saͤulen Herculis ſi um Ziel ſeße ſondern die Stadt GOttes/ das Batterland ſuche/ welches ewi⸗ bleibet/ Heb. XI, 13. ſegq. von Glauben in Glauben/ von Krafft in Krafft gehe zu Vollendung der Heiligung/ und ſich nicht leicht duncken laſſe/ daß mans ſchon ergriffen habe. Phil. III. Doch aber nicht nachlaſſe biß man hinan komme zum Ziel/ zu einerley Glauben/ Eph. IV. Hebr. XII, 22. 23. und darüber keine Zeit

verſaͤume/ nichts aufs kuͤnfftige verſpahre/ das heute ſorgfaͤltig in acht nehme/ an die kurtze Zeit/ jetzgge Gelegenheit/ lange Arbeit/ vielfaltigen Streit/ der Sache Nothwendigkeit/ und des erreichten Ziels und Standes See⸗

ligkeit/ ja der zuruck bleibenden ewige Ungluͤckſeeligkeit gedencke/ und gleich⸗ ſam geiſtlich ehrgeitzig ſeye/ ſich keinen vorkommen zu laſſen/ der erſte zu ſeyn/ und ſo niemand mit wolle/ allein fortfahre/ nicht mude werde. Ach! darum ſuche Hendſetter du Geiſtlich Lahmer/ blinder Menſch/ erbitte den Geiſt GOttes zumn

egweiſer/ der dich auf richtige Bahn fuͤhre/ auf ebner Bahn fort/ und in alle Warheit leite/ Pſ. CXLIII. flehe immer/ ſiehe/ ob ich auf rechtem Wege bin/ und fuͤhre mich auf ewigem Wege. Pſ. CXXXIX. Jud. XVIII, 5. Daß h nauffe den Weg deiner Gebotte; Lauffe und nicht müͤde werde/ Eſa. XL. Vergiſſe aber auch das nicht/ das du aufſeheſt auf Chriſtum/ ſeheſt auf die/ welche alſo wand⸗ len/ wie wir Chriſtum und ſeine Heiligen haͤben zum Vorbild/ J. Cor. XI, T. Phil. III, 17. und den Lauff wohl vollendeſt/ 2. Tim. IV. Denn das Himmelreich muß Gewalt leiden/ und die Ihme Gewalt thun/ die reiſſen es zu ſich/ Matth. X 12. es muß mit Furcht und Zittern geſchaffet ſeyn/ daß man ſeelig werde/ Phil. II. 12. d. i. man muß mit Gewalt hinein tringen/ wie die Soldaten durch die ge⸗ ſchoſſene Brechen in die Veſtung eindringen. Es muß biß aufs Blut widerſtan⸗ den/ biß auf den Tod gekaͤmpffet ſeyn in dem Kampff wider die Suͤnde/ Heb. XII, 4. Dieſes alles aber nicht aus eigenen Kraͤfften nach eigenem Gutduncken;

ſondern wie die Welt ringet nach Reichthum und Ehre/ ja nach ihrem Ungluck:

ſo ein Chriſt in der Goͤttlichen Wegweißheit klug ſeye aufs Gute/ Rom. XII. ſtarck ſey in dem HErꝛn/ und in der Macht ſeiner Skaͤrcke; lauffe aber nicht als aufs ungewiſſe/ ſondern daß man eingehe durch die enge Pfort. Welches nicht nur ein wohlgemeinter Rath/ ſondern ein ernſtlicher Befehl/ eine unveraͤnderliche Ord⸗ nung SOttes/ ohne welche Weiſe niemand kan ſeelig werden/ Matth. XVI. Act.

XIV. Verfehlt man des Wegs/ ſo verfehlt man des Orts/ ſo iſts ewig gefehlt. Danck ſey dir O IEſu/ daß du mir kund thuſt den Weg zum Leben. Pf. XVI.

Und das iſt die ſchwere Reiſe/ welche Chriſtus heiſſet die jenige antretten/

welche da wollen ſeelig werden. Da Er durch die verblüͤmnte Redens⸗Art nichts anders verſtehet/ als die Einſchrenckung in die Gebotte GOttes; Und iſt ein

Gleichnuß hergenommen von den Schrancken und Lauff⸗Bahn/ darein/ nach der

alten Gewohnheit/ die jenigen tretten mußten/ welche nach dem Ziel/ um das vorgeſteckte Kleinod lauffen und rennen wolten; da die vielerley Arten der Be⸗ mühungen bey den Alten mit eben dem Wort beſchrieben wurden/ welches Chri⸗ ſtus hier braucht. Oder/ wie die Roͤmer ihre Furcas hatten/ dadurch ihre Ge⸗ fangene mußten ſchlupffen/ und ſich unter das Joch der Leibeigenſchafft biegen; Wie dann die Redens⸗Art dieſes Orts gar nachdruͤcklich gebraucht wird, Matth. XI, 29. Nehmet auf Euch mein Joch und lernet von mir/ ꝛec. Rom XIY. 7. 8. 1. Cor. VI, 20. Oder wie die Alten den Tugend⸗ und Laſter⸗Weg/ da vergele