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Leich⸗Predigt. z ihre Lampen fertig/ biß die Herꝛlichkeit des HErꝛn mitten in der Finſternuß Ihnen froͤlich erſcheine/ und ſie zur Hochzeit des Lamms eingehohlet werden/ zu erlangen das Ende ihres Glaubens/ der Seelen Seeligkeit/ 1. Pet. I. Indeſſen
heißt es: Ach! komm HEr: JEſu! der Geiſt und die Braut ſpricht: Komm/
ach komme bald/ und dein Lohn mit dir/ und deine Vergeltung fuͤr dir. Ichzeh⸗ le Stunden/ Tag und Jahr; und wird mir allzulange/ biß es erſcheine daß ich aar/ O Leben! dich umfange/ damit/ was ſterblich iſt in mir/ verſchlungen wer⸗ e gantz in dir/ und ich unſterblich werde. adde S. 3-8. Dann wirds heiſſen:
Komm/ willkomme! dann wirds an ein kuͤſſen gehen: was ich dir geſagt du Fromme! ſiehe/ iſt es nicht geſchehen. Biſt du nun nicht Engelrein? Koͤnnt der
Himmel ſchoͤner ſeyn? bin ich GOtt/ nicht lauter Liebe? iſt auch was/ das dich betruͤbe? O was Freud/ was vor Ergoͤtzen muß ſeyn in der Seeligkeit! uͤber das was davon ſchwaͤtzen wir in Schwach⸗ und Dunckelheit; tauſend/ tauſend/ tau⸗ ſend mahl ſchoͤner wirds ſeyn uͤberall. Koͤnnt man doch nur Fliegel kriegen/ und gleich jetzt ſo bald hinfliegen. Und ſo iſt der Gerechte/ wegen guten Gewiſſens
und ſeeligſter Hoffnung un Tod getroſt. Prov. XIV, 32. Und ſinget Triumphs⸗
Lieder: Komm du ſchoͤne Freuden⸗Crone/ bleib nicht lange/ deiner wart ich mit
Verlangen. Phil. I, 18. feqa. Sehet/ das iſt jetzo die Schrifftmaͤßige Beſchreibung der wohl⸗vollbrachten Rittterſchafft/ und die Ver⸗
ſicherung/ daß man darauf des Himmliſchen Kleinods ſoll werden
theilhafft. NMutzanwendung.
LAraus iſt leicht zu erſehen: Durch wie viel Streit/ Muͤh⸗ ſeeligkeit/ Arbeit und Standhafftigkeit im Leben/ Lei⸗ den und Sterben man muͤſſe ringen nach der ſeeligen Ewigkeit/ und ewigen Seeligkeit/ nach dem herꝛlichen Sieg und Beuth.
Dannenhero mag man wohl ſagen: Es ſeye leicht/ ſchwer/ ja wohlgar unmoͤglich ſeelig zu werden/ nachdeme man nemlich den unterſchiedenen Zu⸗ ſtand der Menſchlichen Hertzen und ihres Verhaltens betrachtet. Gleichwie ſonſt in den meiſten Stucken des wahren Chriſtenthums die gemeine Schul⸗Regeln micht angehen: daß es nemlich unmoͤglich ſey/ daß einerley Sache zugleich ſeye und nicht ſeyn koͤnne. Da doch Z. E. Liecht und Finſternuß zugleich ſeyn kan zu einer Zeit und in einem Subject; obwohl ohne Zuſammenſtimmung Chriſtus und Belial/ Gerechtigkeit und Sünde/ Geiſt und Fleiſch/ Altes und Reues/ Warheit und Lugen/ vollkommene und unvollkommene Erleuchtung. Bekeheung und Verkehrung. Natur und Gnade. Wiedergebohren und unwie⸗ dergebohren; groß und klein; alt und neu; vollkommen und unvollkommen; ein Mann und Kind/ geehrt und veracht/ freudig und traurig/ willig und ge⸗ zwungen/ frey und gebunden/ tod und lebendig/ ſeelig und muͤhſeelig/ arm und reich/ ſchwach und ſtarck ſeyn. Leicht iſt es demnach ſeelig zu werden den Rechtglaubigen/ dem neuen Menſchen, in der Krafft des Anfaͤngers und Vollen⸗ ders des Glaubens/ durch deſſen Geiſt der Liebe denen Nachfolgern und Liebha⸗
bern IEſu/ denen ſein Joch ſanfft und ſeine Laſt leicht wird/ und ſeine Gebotte nimmer ſchwer ſind. Schwer iſts den jenigen/ welche ſich nicht wollen recht an⸗
greiffen


