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dann vollen Lohn empfangen werde/ 2. Joh. 8. Matth. KNV, 23. Gleichwie David vor laͤngſt geſalbet war zum Koͤnige uͤber Iſrael/ auch bedungene Mittel beobachtet hatte/ aber dennoch viel Jahre im Elend herum ziehen/ darauf warten/ und ohne ſichern Poſſes bleiben muſte. Dann/ was beygeleget iſt/ und an jenem groſſen Tag/ ſo zu ſagen/ an dem altgemeinen Land⸗und Creuß Tag der Welt/ wel⸗ cher nicht nur 24. Stunden/ ſondern wie die Crayß Taͤge offt gantze Monat und Jahre waͤhren/ auch laͤnger ſeyn wird als die gemeine Tage/ weilen ſonderlich keine Nacht mehr daraufferfolgen wird/ was/ ſage ich/ an ſolchem Tage erſt ſoll gegeben werden/ das muß Paulus nicht gleich nach dem Todes Tag einpfangen haben. Wenn man nicht ſagen wolte/ Paulus betruͤge ſich/ und wiſſe die Sache nicht recht/ welches einem im dritten Himmel unterrichteten und unverwerfflichen Zeu⸗ gen zu nahe geredt waͤre.
Wolte man aber eine grammatiſche Figur, Verwechſelung oder Vernennung der Zeit ertichten/ ſo konte man bey andern ſtellen der Schrifft ſolchen Griff auch prætendiren/ und wuͤrde alſo aller Verſtand der Schrifft ungewiß. Wolte man aber durch den Tag/ wovon Paulus redet/ nicht den allgemeinen/ ſondern je⸗ des particularen Gerichts⸗Tag verſtehen/ ſo ſtehen die letztere Worte des Textes im Weg/ welche dieſen Tag characteriſiren und ſolenniſiren mit der Offenbahrun gJE⸗
ſu Chriſti/ 2. Tim. I, 12. Col. I, 12 Oder koͤnte man ſagen: Was Paulus gleich nach den Todt empfangen/ das ſtelle er hie vor/ wie es an jenem Tag vor Engel und
Menſchen erſt ſoll offenbar werden/ und nicht anderſt werde angeſehen werden/ als wenn ers erſt von der Hand des Richters/ bey deme es biß dahin auffgehalten wor⸗ den waͤre/ empfangen haͤtte/ da die offenbahre Gerichts⸗Erklaͤrun /Entſcheidung und Einfuͤhrung in die vollkommene Herrlichkeit ſolle erfolgen. Ob um deß willen die Worte un Text alſo moͤgen geſetzt worden ſeyn/ daß es heiſſet: Er wird wieder geben/ nemlich nicht nur das/ was er von Ewigkeit her bereitet/ und verheiſſen/ ſon⸗
dern was er wuͤrcklich vorgezeiget/ und eingehaͤndigt/ aber wieder zutreuen Haͤnden/
und ſichern Verwahrung zuruck geleget hat; oder da das Beſeſſene erſt zur beſtimm⸗ ten Zeit iſt offenbahr/ oder der Begabte alsdann offentlich in ſeinem Beſitz beſtaͤt⸗ tigt worden/ laſſen wir andernzu üiberlegen anheim geſtellet ſeyn. Uns erfreuet die Sache und erwarten wir der SOtt geziemenden Art/ wie alsdann der Gerechte/ als ein Koͤnig/ als eine Braut werde prangen/ Apoc. I. mit Sitzen auf dem Stuhl der Herriichkait Chriſti/ und richten die zwoͤlff Geſchlechte Iſrael/ Luc. XXII. I. Cor. VI.
und damit niemand dencken moͤge/ dieſe Herrlichkeit werde allein Paulo wiederfahren/ und alſo gehe ihn das Kaͤmpffen und Lauffen auch allein an/ ein an⸗ derer doͤrffte es beym nechſten bewenden laſſen; welches bey etlichen falſche Demuth/ bey den meiſten Traͤgheit und falſche Fleiſches⸗Ruhe iſt; ſo zeiget der H. Apoſtel/ daß er nicht nur von dem ſonderbahren Apoſtel⸗Ampt und Propheten Lohn/ ſondern
wie zugleich von den gemeinen Chriſten⸗Pflichten/ alſo auch von einer allgemei⸗
nen Seeligkeit rede/ die Er allen mit ſich gonne/ und nicht ſeye/ wie die Neidi⸗ ſche/ welche ſcheel ſehen/ wenn der HErr auch gegen Geringere guͤtig iſt/ Marth. XX. noch weniger ſeye es beſchaffen wie mit irrdiſchen Cronen/ welche nur ein Haupt let⸗ den koͤunen/ wie die Welt nur eine Sonne; ſondern wie er ihnen Weg und Mittel zeige/ und den würcklichen Genuß goͤnne und wuͤnſche/ und verſichere; und darmit uns lehre/ wie auch wir einem jeden unſrer Mit⸗Bruͤder ſolchen goͤnnen und wuͤn⸗ ſchen ſollen/ als Mit⸗Erben der Gnade GOttes/ I. Perr. III, 7. wenn Erſpricht:
Nicht allein aber mir/ ſondern auch allen/ die ſeine Erſcheinung
lieb haben/ und lieb gehabt haben. Darmit Er nicht nur ſtehet auff die/ welche den Juͤngſten Tag erleben/ ſondern vorher im Glauben verſtorben ſeynd; der Seelen nach ſich ſehnen nach ihren Leibern/ Apoc. VI, 10. und den Ahaxhebe


