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Eine Wohl-vollbrachte Ritterschafft Und Wallfahrt zur ewigen Wohlfahrt, Dardurch man des Himmlischen Kleinods wird theilhafft : In einer sonderbahren Leichen-Rede, Aus 2. Tim. IV,7. 8. Nach dem seeligen Ableiben Des ... Herrn Johann Heinrich Palmen ... Hof-Jubiliers, und Niederlags-Verwandten zu Wien ... Als Derselbe ... 1710. den 18. Aprilis allda seelig gestorben ... / Vorgestellt und auf Begehren ausgefertiget Von M. Ludwig Carl Ditzinger, Ministerii Seniore
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Leich⸗Predigt. 41

men; darum wird eineln ſolchen alle Zeit zu lange/ aller Verſchub lauter Ver⸗ luſt/ und heißt es bey Ihme taͤglich/ plus ultra, iminer weiter/ auch über die Saͤu⸗ len Herculis, ũber Weit/ Zeit/ und Eitelkeit hinaus; Auf der Jacobitiſchen Him⸗ mels Leiter immer einen Sproſſen hoͤher/ biß zur Stadt SOttes/ Hebr. XII. Sic itur ad aſtra. Per anguſta ad auguſta, per ſpinas ad roſas. Da muntert ein Wall⸗Bruder den andern auf/ daß keiner dahinden bleibe und verlohren gehe. Eſ. XXX. Diß iſt der Weh denſelben gehet/ ſonſt weder zur Rechten noch zur Lin⸗ cken. So wir im Geiſt leben/ der neuen Creatur und Goͤttlichen Lebeus theil⸗ hafftig worden ſind/ ſo laßt uns auch im Geiſt wandlen/ geiſtlich geſinnet ſeyn und handlen. Gal. V. Laſſet uns erbarlich wandlen. Rom. XIII. Wandeln wie wir die Glaubigen haben zum Fuͤrbilde. Phil. III.

Doch dieſes alles nach dem Schraucken der einigen Regel des Worts/ der neuen Creatur/ Gal. VI. und des Gewiſſens/ auf dem Weg der Gebotten GOttes/ Pf CXIX, 5. 105. wie einen jeden der HErzberuffen hat zu wandlen 1.Cor. VII, 17. ohne müſſig zu ſtehen/ Matth. XX, 6. ſondern im Stande guter Wercke erfunden zu werden/ Iit. III. in orio negotioſo. Ohne andern bloß zuzuſehen/ ihren Lauff zu billi⸗ chen/ zu bewundern/ aber nicht zu folgen; oder andere ſich auf und abhalten zu laſſen/ wie der Syr. Xl, 23. ſondern/ wie Hercules, der das Weitlauffen aufgebracht/ in einem Athem ein Stadium von 125. Schritt habe ſollen auslauffen koͤnnen; alſo in einem Geiſt/ und durch deſſen Trieb Rom. VIII. ohne Nachlaſſen fortzufahren/ nach der Hodoſophie und Wegweißheit vorſichtig/ ohne Anſtoß zu wandlen nach dem Leit⸗ Stern des Worts und Geiſtes GOttes/ in den Fußſtapffen des Vorgaͤngers Chri⸗ ſti/ welcher der Weg ſelbſten und Wegweiſer iſt/ durch die enge Pforte/ accurat und pera fur ſich richtig/ weder zur Rechten noch Lincken auszuweichen/ in der Auf⸗ icht auf Chriſtum und ſeine Nachfolger. Hebr. XII. Phil. III, 17. I. Cor. XI, 1. darbey aber keine Lufft. Springe tentire oder GOtt verſuche/ Matth. IV. wie die hochtrabende Geiſter/ welche auf den Wolcken fahren und auf dem Wind reiten wollen. Wie die Cclopiſche Fümnel⸗ Stuͤrmer zu Babel/ Gen. XI. Eſ. XIV. 13. 14. Ich will in den Himmel ſteigen ꝛc. Nemo enim repentè fit ſummus, aſ- gendendo, non volando apprehenditur ſummitas Scalæ. Aſcendamus igitur duobus quibusdam pedibus, mediratione& oratione. Meditatio ſiquidem docet quid deſit: oratio, ne deſit, obtinet. IIla viam oſtendit, iſta deducit. Sagt der fromme Abbt Bernhardus ſehr wohl/ Serm. I. de S. Andrea. Gradus affectus, iter voluntas eſt. Aug. in P. 85. Demnach zu ſehen/ daß man nichts uͤberhupffe/ oder obenhin uͤberlauffe/ welches erſt wieder nachzuhohlen waͤre; noch weniger das Ziel ſich ſelbſt abkuͤrtze/ oder ſichs verrucken laſſe; ſondern bedaͤcht⸗ lich Schritt vor Schritt/ doch ohne Verweilung/ wie Maria auf das Gebirg

endelich vom Glauben in Glauben/ von Krafft in Krafft/ von Tugend in Tugend/

durch alle Stücke und Grad der Ordnung GOttes durchgehe/ zu vollenden den

Lauff und die Heiligung/ 2. Cor. VII, 1. darvon die wahre Hertzens Demuth der

Grund und Giffel iſt. 1. Pet. V, 5. 6. Dann das waͤre eine falſche Demuth/ im

Simn der erſte und in der That der letzte ſeyn wollen/ Matth. XIX, 30. c. XX, 16. uc. 30.

Wie es aber ein Lauff iſt auf dem ſchmalen/ der Welt unbekannten/ und dem Fleiſch allzurauhen Weg/ da man weder zur Rechten noch zur Lincken auszutret⸗ ten/ ſondern auf der Straſſen/ die da heiſſet die richtige/ auf dem Weg des Frie⸗ dens furſichtig einher zu gehen; ſo hat man nicht nur um das Geleit der Heil. Engel/ um den Stecken und Stab Jacob und Davids/ um den Stern der Wei⸗ ſen/ ſondern um die Leitung und Führung des Heiligen Geiſtes fuͤrnemlich Anzu, halten/ daß der lehre Thun nach GOttes Wohlgefallen und fuͤhre auf ebner Bahn/ PC CXLIII. Und weil es in niemands Macht ſtehet/ wie Er wandele/ oder ſeinen Gang richte/ ſondern vom HErꝛn kommen muſ daß des Menſchen Gangatrathe