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Eine Wohl-vollbrachte Ritterschafft Und Wallfahrt zur ewigen Wohlfahrt, Dardurch man des Himmlischen Kleinods wird theilhafft : In einer sonderbahren Leichen-Rede, Aus 2. Tim. IV,7. 8. Nach dem seeligen Ableiben Des ... Herrn Johann Heinrich Palmen ... Hof-Jubiliers, und Niederlags-Verwandten zu Wien ... Als Derselbe ... 1710. den 18. Aprilis allda seelig gestorben ... / Vorgestellt und auf Begehren ausgefertiget Von M. Ludwig Carl Ditzinger, Ministerii Seniore
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* Hgt die Kirch keinen Theil/ ſintemah der Sohn in demſe ſelbe Urlaub nimmt von der Welt. Alſo/ daß wir an ke Theil haben/ als eben an dem: Es iſt vollbracht. »* GOttes uns ſelbſt dardurch anzeigt/ de

vollendet ſeye unſere Erloſung ꝛc. Da doch ein jedes Wort uns eine

10 Chriſtliche

vergeblich frohlockten Pſ. XL.I. Wann Er darnieder ligt/ wird Er nicht wieder aufſtehen. Er ſteige vom Creutz/ Er helffe Ihm ſelber. Heah/ ſo recht/ wie habens verlangt/ wir habens erlebt! Da/ da/ das ſehen wir gerne. Thren. II. Ezech. XXV, 3. 6. Denen/ Chriſtus haͤtte konnen antworten: Freue dich uicht meine Feindin/ daß ich darnieder liege/ ich werde wieder auftommen. Uno ſo ich im Finſtern ſitze/ ſo iſt doch der HErꝛ mein Liecht. Mich. VII, 8. Und ſo iſt auch das Maaß der Boßheit ſeiner Feinden erfuͤllet und alles vollbracht worden/ ſo viel uͤber Ihn verhaͤnget war; da ſie Ihn weder eher greiffen/ noch laͤnger quaͤlen kunnten/ als die Stunde und Macht der Fuͤnſternuß verhanget war: Joh. VIII, 20.

DSehet ſo viel Wichtigkeit hat Chriſtus mit einem einigen Wort ausdrucken wollen. O ein heilſames/ Troſt⸗und Hoffnung volles Vollbringen! da wir ſehen/ daß wir nichts daͤrffen erſt verdienen/ ſondern die vollige Erld⸗ ſung im wahren Glauben ergreiffen/ und recht gebrauchen/ in der Verſicherung es werde auch alles in und an uns vollbracht werden. Und ob wir gleich dem gelehrten Spanier Anton de Guevurra in dieſem Stuck nicht beypflichten/ da Er in ſeinem verteutſchten Monte Cuvariæ P. 2. p. 442. ſchreibet: Ain er⸗ ſten Wort/ nemlich/ Vatter vergieb ihnen ꝛc. hat die Kirche keinen Theil *ſintemahl Chriſtus nur fur die Synagog hat um Verzeihung gebetten. Am audern Wort: Heute ſolſt du mit mir im Paradieß ſeyn. Hat die *Kirch keinen Theil/ ſintemahl Ers geredet hat zum Schaͤcher/ welcher an ſei⸗

* ner Seiten hieng. Am dritten Wort: Siehe/ das iſt deine Mutter/ das iſt dein Sohn! hat die Kirch keinen Theil/ ſintemahl Ers geredethat zum Juüͤnger/ welcher beym Creutz ſtund/ und zu der Mutter/ welche weinete. » Am vierdten Wort: Mein GOtt/ mein GOtt/ warum haſt du

mich verlaſſen? hat die Kirch keinen Theil/ ſintemahl Er nur mit ſeinem

Vatter redet/ und ſich uͤber denſelben beklaget. Am fuͤnfften Wort: Mich duͤrſtet. Hat die Kirch keinen Theil/ ſintemahl Er dardurch gibt den groſſen Durſt welchen Er litte von wegen der Marter. Am ſieben⸗

zu verſtehen

den Wort: Vatter/ in deine Hände befehl ich meinen Geiſt.

lben und durch daß inem andern Wort Sintemahl der Sohn ß das alte Geſetz ſeye nunmehr kom⸗ und daß nunmehr vollbracht und

Tugend Chriſti/ ein Muſter uͤnd Exe mpel der Nachfolge/ Vorbitt 1 Bor⸗

ſorg fuͤr die Seinen/ ja ein ſchone Form der Todtes⸗Bereitung vorſtellet; So iſt doch dieſes richtig/ welches gedachter Autor hinzu ſetzet: Unter allen ſie⸗

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*men zum Ende ſeiner Vollkommenheit

ben Worten/ die unſer Erloͤſer geredet hat am Creutz/ iſt kei der Kirchen ſo anmuthig und tauglich/ als das 5/ iſt keines

Mummatum eſt. O

welch ein hohes und tieffes Geheimnuß begreifft es! dann wie ergangen/ ſo ſolle es in ſeiner Maaß/ bey allen wahren Cheiſennt Aüruſb Es iſt vollbracht. Ob ſchon nicht auf eine verdienſtliche/ ſo gaͤntzlich voll⸗ kommene/ doch vicariſche und Nach olgungs Weiß. Da einem jeden ſeine Ord⸗ nung und Geſchaͤffte beſtimmet/ gewiſſes Maaß der Gaben und Leiden zuge⸗ dacht/ beſonders Ziel und Grad des Lauffs/ Kampffs und Lebens geſetzet iſt;

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