230
Maria ſitzen gehn.“ Wer dieſen Vers gedichtet hat, iſt unbe kannt. Aus demſelben hat vermutlich Gregor mit Umänderung des Versmaßes die oben erwähnte Strophe gebildet.
Seite 39. O du Seelenbräutigam. Dieſe drei Strophen ſind einem Liede entnommen, das Zinzendorf urſprünglich auf die Hochzeit des Tobias Friedrich mit Katharina Eliſabeth Hentſchel vergl. oben zu S. 13), wie er ſagt,„in der Gemeine Namen“ gedichtet hat. Dieſes Hochzeitslied hat ganz den Charakter eines Gelegenheitsgedichtes und iſt voll urſprünglicher Friſche. Dennoch haben wir nur dieſe drei Strophen allgemeinen Inhalts demſelben entnommen und damit den urſprünglichen Charakter fallen ge laſſen, weil dieſe Strophen des Dichters Kampfesſtellung der Welt gegenüber gut zum Ausdruck bringen.
Seite 42. Hätt' ich mit niemand umzugehn. A. H. G. finden ſich nur Strophe 6—9 dieſes Liedes. Und ſie bilden augenſcheinlich die urſprüngliche Form. Erſt im L. G. hat Zinzendorf das Lied ergänzt durch Hinzufügung, Str.
—5. 550 124
1 Die urſprüngliche kürzere Form iſt nicht wie angegeben 1737,
ſondern bereits 1735 in Ebersdorf zum Geburtstag von Anna Nitſchmann gedichtet. Ihr ſind dieſe Bitten in den Mund gelegt. Seite 45. Lamm und Haupt, es ſei geglaubt. Dieſen Vers dichtete Zinzendorf an ſeinem Geburtstag am 26. Mai 1736 in Frankfurt a. M., als er aus Sachſen verbannt war und noch nicht vor ſich ſah, wie der Herr ihn nun weiter führen werde. Vergl. Spangenberg, Leben des Grafen Zinzendorf, S. 976. Seite 47. So bin ich nun auch in der Zahl. Mehrere Brüder waren in Rußland gefangen geſetzt worden. Um ihre und ſeine Sache von der Regierung unterſuchen zu laſſen, reiſte Zinzendorf im November 1743 ſelbſt hin, ward aber in Riga nicht weiter gelaſſen und mußte ſein Quartier in der Citadelle nehmen. Hier dichtete er das Lied. Eine Unterſuchung erfolgte nicht, Zinzendorf aber erhielt den Beſcheid, er ſolle ſobald wie möglich das Land wieder verlaſſen. Im Januar 1744 reiſte er zurück. Vergl. Cröger, Geſch. der ern. Brüderkirche II, S. 49 und ff. Seite 53. Bleibe mein in meinem Leben.„Die letzten Stunden unſres Herrn und Heilands auf dieſer Erde“, Witten berg 1722, aus denen dieſes Lied genommen, ſind urſprünglich
5
8 r ◻
70
M


