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Geistliche Gedichte des Grafen von Zinzendorf : eine Auswahl zur Erinnerung an den Tag seiner Geburt vor zweihundert Jahren / herausgegeben von H. Bauer und G. Burkhardt
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der nicht wich. Wer ein beugungsvolles Weſen wollt' in einem Bilde leſen, ſah auf unſren Friederich. Und die Schlußſtrophe: Treuer Knecht, ich liebe dich und will deiner unterdeſſen nicht vergeſſen, bis ich dich beim Seelenmann küſſen kann. In der Harfenſpieler Bande, ans kriſtallnen Meeres Rande treff' ich dich wohl wieder an. Vergl. Cröger, Geſch. der ern. Brüder⸗ kirche I, Seite 701 und ff. Zinzendorf ſelbſt hat dieſes Lied ſpäter für das Herrnhuter Geſangbuch umgearbeitet. Dabei iſt ihm freilich, am meiſten von allen ſolchen umgeſtalteten Gelegenheits⸗ gedichten, der urſprüngliche Charakter verwiſcht worden, ja gänzlich verloren gegangen. Dennoch geben wir es hier in dieſer umgearbeiteten Geſtalt, weil es ſo wie wenig andre Lieder die Erfahrung des Dichters von Sünde und Gnade ſchwungvoll zum lebendigen Ausdruck bringt.

Seite 24. Nach Gnade iſt mir weh. Vor jener be kannten Konferenz in London am 16. September 1741, in welcher über die künftige Geſtaltung des AÄlteſtenamtes der Ge⸗ meine Beſchluß gefaßt wurde, war Zinzendorf in ſeinem Herzen ſehr bekümmert und beugte ſich tief vor dem Herrn über all ſeine Schulden und Verſäumniſſe im bisherigen Dienſt am Evan⸗ gelium, erhielt aber auch die Zuſicherung voller Vergebung. Unter dem Eindruck der Buße und der empfangenen Vergebung dichtete er obiges Lied am 7. September in London. Vergl. Spangenberg, Leben des Grafen Zinzendorf, Seite 13471349.

Seite 27. Der Henne folgt das Küchlein nach. Mit völliger Sicherheit läßt ſich nicht nachweiſen, ob Zinzendorf wirklich der Verfaſſer dieſes Liedes iſt. Gregor, der im Geſangbuch von 1778 nur den Anfang geändert hat, ſchreibt es mit Be⸗ ſtimmtheit Zinzendorf zu. Die handſchriftlichen Verzeichniſſe zum A. H. G. von Iſaak Lelong aus den Jahren 1742 1747 ſtimmen nicht überein. In dem einen Verzeichnis, dem voll⸗ ſtändigen letzter Hand, ſteht bei Nr. 430 ein Z., während die anderen Verzeichniſſe, die aber ſehr unvollſtändig ſind, den Raum hinter dieſer Nummer leer laſſen; ein Beweis, daß Lelong erſt nach längeren vergeblichen Unterſuchungen die Autorſchaft feſt⸗ ſtellen konnte. Auffallend iſt, daß Zinzendorf ſelbſt es im L. G. unter dieevangeliſchen Lieder zum 17. Seculo II. Cl. geſetzt

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