Druckschrift 
Geistliche Gedichte des Grafen von Zinzendorf : eine Auswahl zur Erinnerung an den Tag seiner Geburt vor zweihundert Jahren / herausgegeben von H. Bauer und G. Burkhardt
Seite
XXIX
Einzelbild herunterladen

jÿj

XXIX

inſofern er den als es auf dogmatiſchem jemals möglich iſt. Immerhin dürften ltert und durch hier die Schönheiten des Ausdrucks, wo ſie vorhanden ſind, ich dürfen win mehr rhetoriſch als poetiſch ſein. Daß die Innigkeit, Zartheit der, die Ge und Ausſchließlichkeit, mit der das Gemütsleben des Dichters er nennen gerade die Perſon Jeſu umfaßt, ſeinen Heilandsliedern vor us der Myſtit andern einen intimen lyriſchen Reiz verleiht, bedarf beſonderer su dulcis me- Hervorhebung nicht

Haben wir es hier nun mit einer eigentümlichen Ausge ſtaltung ſchon vorhandener Formen geiſtlicher Dichtung zu thun, jerbei freilich ſo tritt uns in den Zinzendorfiſchen Gemeindegeſängen ein l willig zu weſentlich neuer Typus entgegen. An Liedern für die chriſtliche ſich in das Gemeinde, in denen ſie als ſolche und nicht nur die einzelne Man gläubige Seele ſpricht, fehlte es ja ſeit der Reformation nicht. gerz Aber dieſe chriſtliche Gemeinde war doch immer nur die in der

grroten Flüſſ großen Kirche zuſammengefaßte allgemeine Schar der Chriſt gläubigen oder die Gemeinſchaft der Heiligen, wie man ſie be

ade durch ein kenntnismäßig glaubte aber nicht ſah. Jetzt war die pietiſtiſche ſt nur a ecclesiola entſtanden und hatte in den Brüdergemeinden eine anVerdienſt Darſtellung gefunden, wie nie zuvor und nirgends ſonſt. Die liſchen Sinn chriſtliche Gemeinde war hier zu einer Lebens- und Kultus ngen, denen gemeinſchaft zuſammengetreten, und als ſolche mußte ſie ſich ihre Matthäus eigene Poeſie ſchaffen. Das hat ſie unter Führung zizdiderſe heben d in reichſter Weiſe gethan. Wenn das LiedHerz und Herz vereint zuſammen ꝛc. heut das ſpezifiſche Gemein rrdafts Llied iſt,

ſo ſpricht ſich darin aus, daß Zinzendorf der evangeliſchen

3 e, Chriſtenheit neben dem Kirchenlied den intimeren Gemeinde geſang, das Gemeinſchaftslied gegeben hat. Es iſt das eine Form der geiſtlichen Dichtung, die zwar nicht die Wucht des

chriſtlichen oder patriotiſchen Volks⸗Geſanges hat, die aber doch an wirklicher Kraft ſolchen Volksliedern nicht nachſteht und ſie an Schwung und innerem Feuer oft übertrifft. Ihre volle Wirkung tritt hier wie dort erſt im gemeinſamen Geſa ng zu Tage

Eng an dieſe Gruppe ſchließen ſich dieZeugen- oder Streiterlieder an, um ſie mit Zinzendorfiſchen Ausdrücken zu benennen. Auch hier hängt natürlich das Auftauchen eines neuen Liedertypus mit dem Auftreten einer neuen Erſcheinung im kirchlichen Leben zuſammen. Der Pietismus nahm die Auf Hand, und es iſt bekannt, daß

gabe der Ler denaſſüm in die