XXII Bekehrungstheorie und das ganze Syſtem geſetzlicher weltflüchtiger Askeſe über den Haufen geworfen ſah. Gleichzeitig ſtieg die Erbitterung des weltlichgeſinnten Adels und der lutheriſchen Geiſtlichkeit im Lande. Dadurch wurde auch die kurſächſiſche Regierung(ſeit 1733 Kurfürſt Friedr. Auguſt II.) ſo bedenklich gemacht, daß ſie Zinzendorf im Jahre 1736 ein Ausweiſu ngs— dekret zuſtellte, er habe fortan die ſächſiſchen Lande zu meiden. Aber was ſo als ein Schlag gemeint war, der Zinzendorf von Herrnhut trennen und damit Herrnhut vernichten ſollte, das diente in der That dazu, ihm und ſeinem Werk eine breitere Grundlage und damit um ſo mehr Feſtigkeit zu geben. Denn er fand mächtige Freunde, die ihm Schutz gewährten. Die Grafen Iſenburg im heutigen Heſſen nahmen ihn in ihren damals reichsunmittelbaren Ländchen auf, und es entſtanden Gemeinen, wie Herrnhut eine war, in der Wetterau. Einfluß⸗— reicher noch war der Schutz, den Zinzendorf bei dem König Friedrich Wilhelm I. von Preußen fand, und der zur Folge hatte, daß einige Jahre ſpäter Gemeinen in Schleſien gegründet werden konnten. Gleichzeitig vollzog ſich eine Wen⸗ dung auf kirchlichem Gebiet. Zinzendorf ſelbſt war 1734 in den geiſtlichen Stand getreten, im Jahre 1735 hatte man das Biſchoftum aus der alten böhmiſch⸗mähriſchen Brüderkirche auf Herrnhut übertragen, und im Jahre 1737 empfing Zinzendorf ſelbſt durch Jablonsky in Berlin die altbrüderiſche Biſchofsweihe. Daraufhin wurde in der Folgezeit die von Zinzendorf ins Leben gerufene Gemeine als ſelbſtändige, vom Staat unabhängige „Mähriſche Kirche“ zuerſt von Iſenburg⸗Büdingen, dann von Preußen und England und endlich auch von Sachſen, wenn auch dort mehr ſtillſchweigend, anerkannt. Zinzendorf ſelbſt ſtand übrigens dieſen ſtaatlichen Anerkennungen der mähriſchen Kirche auf deutſchem Gebiet fern, jedenfalls hat er ſelbſt ſie nicht be— trieben; er hätte eine freiere Wirkſamkeit innerhalb der Landes⸗ kirchen vorgezogen. Aber wie die Verhältniſſe nun einmal lagen, zumal da die Brüdergemeine auf ihren Miſſionsgebieten ſelbſtändig kirchliche Handlungen vollzog, war dieſer Weg der gewieſene. Schließlich konnte doch auch Zinzendorf nicht umhin, in der ſelbſtändigen„Mähriſchen Kirche“ die politiſche Sicherſtellung und damit die Krönung ſeines Werkes zu ſehen.
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