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Geistliche Gedichte des Grafen von Zinzendorf : eine Auswahl zur Erinnerung an den Tag seiner Geburt vor zweihundert Jahren / herausgegeben von H. Bauer und G. Burkhardt
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Leben unter 1691 Ober⸗ zeiſt wurde n früheſter us geatmet gewaltſam ſie, ſelbſt und mit rnergie zu

ht in der Schimmer Jater ſtarb die Mutter 1 Eltern. fahre 1702 1704 ver⸗ ſchall von er Groß⸗ e für di ind. Sie im Knaben Schulleben er und die chulbildung perſönlicher wenig ber⸗ ben phanta⸗ er die Mit⸗ ttuts kam. frühreifen indheit in eine ſolche efgreifenden von einem dikaler Um⸗

XVII kehr finden wir nirgends etwas in ſeinem Leben. Aber Zinzen dorf, indem er in reiferem Alter von dieſen kindlichen Er fahrungen und Zuſtänden ſeines Innenlebens erzählt, nimmt Farbe, Ton und Ausdrucksweiſe unwillkürlich aus ſpäterer An⸗ ſchauung, und ſo erſcheint, wenn man ſeine Schil ilderungen lieſt, die Frühreife ausgeprägter, als ſie vielleicht in Wirklichkeit war.

Im Jahre 1710 trat der junge Zinzendorf in das haupt⸗ ſächlich für Söhne adliger Familien von Aug. Herm. Francke in Halle errichtete Pädagogium ein. Das war für ihn un ſtreitig gerade die geeignete Bildungsſtätte. In den erſten Jahren gab es manch erlei Not. Er litt ſchwer unter dem Spott und Mutwillen ſeiner Kameraden. Aber auch er wiederum be reitete ſeinen ehrenn viel Not und Schwierigkeit. Lehrer und Leiter des Pädagogiums hatten wiederholt ſehr ernſtlich über ihn zu klagen. Der Knabe rang ſchwer mit den ihm unge⸗ wohnten Verhältniſſen, und dabei kam das Böſe ſeines natür lichen Herzens oft unverhüllt zu Tage. Aber gerade hier zeigte es ſich, wie außerordentlich gut die Halliſche Erziehungsweiſe in ihr Wirkungen war. Namentlich iſt Franckes perſönlicher Ein fluß hier von unberechenbarem Wert geweſen. Zinzendorf lernte allmählich ſich ſelbſt in ſeinen Fehlern und Sünden gründlich kennen, und mit Gottes Hilfe überwand er ſie. Das Echte und Wahre in der Frömmigkeit ſeiner Kinderjahre, das im Kampf mit dem Leben eine Zeit lang verſchwunden ſchien, brach wieder durch und kam nun zu um ſo vollerer Kraft. Als er im Jahre 1716 Halle verließ, um die Univerſität Wittenberg zu beziehen, war er ein echter, edler Jüngling nach 1. Joh. 2, 14, ſtark und feſt, ſeines hohen Zieles ſich bewußt und in Chriſtus ſeinen Heiland, ſeinen Erlöſer und Helfer wohl kennend. Auch nach der äußeren Seite ſeines Lebens hatte er bedeutend ge wonnen. Seine Geſundheit hatte ſich gehoben und gekräftigt, und ſein aufgeweckter Geiſt war in den Wiſſenſchaften gründlich und tüchtig geſchult worden. Es iſt gar nicht genug anzuer kennen und hervorzuheben, wie gut ihm gerade Halle gethan hat. Er ſelbſt hat das auch im Leben nie vergeſſen. Seine

nkbarkeit gegen Halle war ſtets warm und lebendig.

In Wittenberg ſollte er nach Anordnung des Oheims und

Vormundes die Rechte ſtudieren. Er that es im Gehorſam,

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orf, Gedichte.*