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Geistliche Gedichte des Grafen von Zinzendorf : eine Auswahl zur Erinnerung an den Tag seiner Geburt vor zweihundert Jahren / herausgegeben von H. Bauer und G. Burkhardt
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immer zum Vorteil des Liedes in Bezug auf ſeinen poetiſchen Gehalt. Zum Teil geſchah es auch ſo, daß er das, was allzu kühn und extravagant war, milderte. Die Sammlung der Brüder lieder in dem von ihm 1753 herausgegebenen Geſangbuch, dem ſogenannten Londoner*) Geſangbuch, beweiſt das. Eine weitere Sichtung nahm Chr. Gregor vor bei ſeiner Herausgabe des Brüdergeſangbuches von 1778. Hier ſind Zinzendorfs Lieder oft vollſtändig überarbeitet. Gregor wollte ſie dem Bewußtſein der Ge meine näher bringen, wollte ſie ſo geſtalten, daß ſie dem religiöſen Empfinden der Gemeine im Kultus entſprächen. Das iſt ihm teilweis gut gelungen, aber darüber iſt die urſprüngliche poetiſche Kraft nicht ſelten verloren gegangen; oft auch iſt der Gedanke ein ganz anderer geworden, als er urſprünglich in Zinzendorfs

walgor Alſſl in ſeiner Ulſo

Geiſt gelegen hatte. Wieder in anderer Weiſe hat Albert Knapp ſich an den Gedichten Zinzendorfs verſucht. Vieles hat er auf den urſprünglichen Ton zurückgeführt und das Originale, zelnen don K das Echte wiederhergeſtellt. Aber er hat zugleich das Bedürfnis bei dieſen ſir

gefühlt, Unebenheiten in der Form zu glätten, moderne Sprach gewandtheit und Schönheit an die Stelle des Abſtoßenden und Barocken zu ſetzen. In dieſem Beſtreben iſt er entſchieden zu weit gegangen. Auch wandelt er den urſprünglichen Gedanken oft mals vollſtändig um. Überdies hat Knapp weitaus zu viel Ge dichte von Zinzendorf in ſeine Sammlung aufgenommen und auch die einzelnen Gedichte häufig faſt in ihrer ganzen urſprünglichen Jeuoxis Länge wiedergegeben. Infolgedeſſen wird die Knappſche Samm der Dichter

lung unſren heutigen Wünſchen und Bedürfniſſen, Zinzendorf punkt ſchide kennen zu lernen, nicht gerecht. in welchen! In unſrer Jubelausgabe zum Andenken an die Geburt anſchauung Zinzendorfs vor 200 Jahren haben wir uns zuerſt im Intereſſe Haben wir des Dichters und ſeiner Leſer eine große Beſchränkung auf⸗ vas der di gelegt. Nicht wie Knapp gegen 800, ſondern nur 120 Lieder in der 3 geben wir, und auch von dieſen viele gegen die urſprüngliche Gemeine! Ausdehnung ſehr erheblich verkürzt. Was den Text betrifft, ſo di lezte( ſind wir, wo es möglich war, auf den älteſten der gedruckten welch bei h Texte zurückgegangen, viel mehr als Knapp es gethan hat, und Prr ne haben ſo dem Liede öfters den Hauch der urſprünglichen Friſche dorfs Lidder 3» In London zu Anfang der fünfziger Jahre bearbeitet und auch 1. Die let dort, aber nicht für den Buchhandel, in deutſcher Sprache und Schrift gedruckt. jf