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haltigen Jahrgänge führten bezeichnend das Horaziſche Motto:„Et prodesse volunt et delectare“.*) Titelblatt und Regiſter wurden zu jedem Jahrgang mit Ausnahme der beiden letzten geliefert. Der Preis betrug jetzt jährlich 1 Rthl., einzelne Nummern wurden für 4 Kreuzer das Stück abgegeben.
Wie lange die mit Ende 1777 eingetretene Unter⸗ brechung gedauert hat, konnte wiederum nicht feſtgeſtellt werden; erſt aus dem Jahre 1791 iſt mir durch die Güte einer Leſerin des Gießener Anzeigers eine Nummer der Fortſetzung bekannt geworden. Sie trägt die Zahl XXXIII und iſt vom 15. Auguſt datiert. Das Blatt erſchien alſo mindeſtens ſchon ſeit Beginn des Jahres. Wie es kommt, daß die erſte Nummer des Jahrganges 1792 urſprünglich die Zahl 41, was durch Ausſtreichen in Nr. 1 geändert wurde, und die Seitenzahlen 163—166 neben dem Datum vom 7. Januar trägt, iſt nicht erſichtlich. Als Verleger zeichnet wieder die Kriegerſche Buchhandlung, ſeit 1795 genauer Johann Chriſtian Krieger.
Titel, Format und Inhalt hatten Veränderungen erfahren. Von Aufſätzen war keine Rede mehr, kaum daß hie und da eine alte(auch anderwärts zu findende) Urkunde, oder einmal die Reihe der Gießener Superintendenten veröffentlicht wurde. Aus welchem Grunde dieſe Ausnahmen gemacht wurden, iſt nicht erfind⸗ lich. Der übrige Inhalt beſtand aus Verordnungen, Be⸗ kanntmachungen und jetzt gegen früher zahlreichen An⸗ zeigen aus dem Geſchäftsleben. Auswärtige und ein⸗ heimiſche Lebensmittel⸗Preiſe, Kirchenbücher⸗Auszüge und Fremdenverkehr erſchienen regelmäßig und bewirkten, daß der Wert des Blattes für die Geſchichtsforſchung nicht ganz abhanden kam. Das Format war etwas kleiner geworden, die Stärke des Blattes betrug nur einen halben Bogen, der von der zweiten Seite an in zwei Spalten bedruckt wurde. Der Titel endlich lautete„Gießener Intelligenz⸗ Blatt“.
Mit dem letzten Jahre des Jahrhunderts war der Verleger dieſes Blattes, das auch in ſeiner neuen Geſtalt
ſich nur wenig Freunde erwarb, überdrüſſig geworden. Er
*) Nützen wollen(dieſe Blätter) und ergötzen.


