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Der Gießener Anzeiger : die älteste Zeitung Gießens ; ein Beitrag zur heimischen Kulturgeschichte / von Karl Ebel
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Chriſtoph Schröder gedruckt, der einzige Jahrgang zugleich, der einen Druckvermerk trägt. Wenn wir hinzu⸗ fügen, daß ſpäter, nachdem die Kriegerſche Buchhandlung den Verlag aufgegeben hatte, das Blatt in den Beſitz der Schröderſchen Druckerei überging, ſo dürfen wir mit vieler Wahrſcheinlichkeit annehmen, daß alle Jahrgänge von dieſer Firma gedruckt worden ſind.

Die Ankündigung des Wochenblattes war in der Stadt beifällig aufgenommen worden und der Verleger hatte von verſchiedenen Seiten teils mündlich, teils ſchriftlich für den künftigen Inhalt Vorſchläge erhalten, die er nach Möglich⸗ keit zu befolgen verſprach. Indeſſen brachte er bei Beginn des zweiten Halbjahrs einen Brief,in dem ihm von einem Freunde wohlmeinend geraten worden war, das Erſcheinen des Blattes mit dem Schluß des erſten Semeſters aufhören zu laſſen, da ſich das Wochenblatt nicht viele Anhänger erworben habe, dagegen von vielen verächtlichder Zettel genannt werde. Dies gab Veranlaſſung, in einem längeren Artikel zu widerſprechen und die Lebensfähigkeit des Blattes darzuthun. Der Brief kann erdichtet ſein, um zur nochmaligen Entwickelung der Grundſätze, nach denen das Blatt geleitet wurde, Gelegenheit zu geben. Immerhin iſt er ſowohl wie die Erwiderung intereſſant, indem wir da⸗ raus erfahren, daß das Wochenblatt in der Stadt ſelbſt vielfach auf Widerſpruch ſtieß, dafür aber auch auswärts gern geleſen wurde. Der Rat auf Einſtellung des Er⸗ ſcheinens mußte aber dennoch befolgt werden und zwar ſchon am Ende des erſten Jahres, trotz dem guten Urteil Auswärtiger und der geneigten Aufnahme an entfernten Orten. Das läßt darauf ſchließen, daß ſich der Leſerkreis⸗ in der Stadt ſehr verringert hat. Dain⸗ und ausländiſche Gelehrte nicht ſo fleißig Aufſätze einſchickten, als der Ver⸗ leger gehofft hatte, ſo fiel demVerfaſſer(Schriftleiter) die Hauptarbeit allein zu und dieſer konnte nur mit Mühe bis zum Schluſſe des Jahres auszuharren überredet werden. Sodann geſteht der Verleger ein, daßder Gewinn oder vielmehr die Einnahme, worauf der Verleger ohnehin weniger, als auf den zu ſtiftenden allgemeinen Nutzen ge⸗ ſehen, nicht ſo reichlich ausgefallen, als nötig wäre, um ſeinem Beutel weitere Auslage zumuthen zu können. Deſſenungeachtet beſchließt er, das Erſcheinen nur ſo lange