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Das Kriegerſche Geſchäftshaus lag in der„Wallpförter Straße“. Dort erſchien am 2. December 1749 die erſte An⸗ kündigung von dem bevorſtehenden Erſcheinen eines Gießener Wochenblattes:„Vorläuffige Nachricht/ von einem Wochen⸗Blat, /welches/ zu Gießen/ von dem Anfang des 1750 ten Jahres an/ jeden Dienſtag/ ausgegeben werden ſoll/ bey dem Verleger/ Johann Philipp Krieger,/ Univer⸗ ſitäts⸗Buchhändler./“ In einem„Vorbericht“ entwirft der Verleger ſein Programm. Danach ſoll das Wochenblatt wöchentlich in der Stärke eines Bogens erſcheinen, deſſen „mehreſten Raum kurtzgefaßte Gedanken über gemeinnützige und auserleſene Vorwürffe erfüllen“ werden. Es ſoll nicht allein auf gelehrte, ſondern auch auf ungelehrte,„und mit einem Wort auf alle Menſchen allerley Lebens⸗Art, Stand, Alter und Geſchlecht“ Rückſicht genommen werden. Die Aufſätze ſollen allen Gebieten der Wiſſenſchaft entnommen, jedoch„allzufeine und über den Begriff der meiſten Menſchen erhabene Dinge“ ausgeſchloſſen werden. Es werden ferner angekündigt: Nachrichten von den in Gießen erſcheinenden Schriften, Programmen und Diſſertationen, ſowie von anderen nützlichen Büchern, der Abdruck von Polizeiverordnungen, Veröffentlichung der Preiſe von Lebensmitteln und anderen Waren. Auch Anzeigen aus dem Publikum können eingerückt werden:„Sachen, die zu verkaufen, zu verpachten, zu verganten, die verlohren oder gefunden worden; Gelder, die zu leyhen oder verleyhen; Zimmer, ſo an Herrn Studioſos oder andere Hausleute zu vermiethen ſind, u. ſ. w. Ingleichen ſoll gemeldet werden, wenn jemand zu einem Hof⸗ oder Lehrmeiſter, oder auch zu einer andern Bedienung verlangt wird, oder wenn ſich jemand zu dergleichen anmeldet“ Für ſolche Anzeigen iſt dem Verleger„etwas geringes“ je nach der Anzahl der Zeilen zu entrichten. Der ganze Jahrgang des Wochen⸗ blattes koſtet in Gießen 2 Gulden, die vorausbezahlt werden ſollen. Auswärtige abonnieren beim Poſtamt und tragen die Portokoſten.
Die„vorläuffige Nachricht“ wurde im Laufe des De⸗ zembers noch dreimal ausgegeben, am 9., 16. und 23., jedesmal begleitet von einer„Probe“, die einen Begriff von der künftigen Geſtalt des Blattes geben ſollte. Der Druck war groß, deutlich und ſorgfältig hergeſtellt; wenn


