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ohne lange Phraſen, ohne viele Appa⸗ rate u. Maſchienen aus. Alles geht raſch von Statten. Sein Vortrag iſt zwar franzöſiſch, aber ſeine Thaten ſpre— chen in jedem Idiome. Man verſteht Alles. Selbſt auch der, der nicht den Meidinger ſtudirte. Und ſeid Ihr etwa der Meinung, daß Ihr unbeſchenkt das Haus verläßt? Nein! Döbler gab Euch blos Blumen. Philippe ſpendet Euch Bouquette der friſcheſten Blumen für Eure Liebſten, Spielzeuge u. Vonbons für Eure Kinder u. köſtlichen heißen Mokkakaffe, mit guter Sahne u. wohl gezukert, zu Eurer eigenen Labung an Ort und Stelle! Philippe zaubert ei— nen Labetrunk, wie ihn nur Hr. Wer⸗ ſak bei der„Kaffequelle“ gleich gut bie⸗ tet, und Hr. Werſak braut bekanntlich einen guten Kaffe.— Das Haus war voll, der Beifall groß. Die Paar un— gariſchen Worte Philippes hatten ſtür— miſche Eljen's zur Erwiederung. M.
Linz. Wir haben jezt hier einen lang entbehrten Kunſtgenuß. Die be— rühmte Sängerin Dem. Henriette Carl gaſtirt auf unſerer Bühne. Es iſt unſerm ſchäzbaren Direktor Pellet gelungen, dieſe Virtuoſin auf ihrer Durchreiſe für einige Gaſtrollen zu ge— winnen. Sie erſchien am 12. d. als El⸗ vira in den„Puritanern“, u. troz den erhöheten Eintrittspreiſen war das Haus zum Erdrüken voll. Man war auf et⸗ was Außerordentliches gefaßt, aber die Leiſtung übertraff alle Erwartungen. Da die Leſer des Spiegels die grandioſen Vorzüge dieſer Geſangskünſtlerin, die in dieſem Blatte ſo oft u. ſo umſtänd⸗ lich gewürdiget wurden, hinlänglich ken— nen, ſo beſchränke ich meinen Bericht auf den thatſächlichen Erfolg, der zu den glänzendſten gezählt werden kann, die je auf unſerer Bühne errungen wur— den. Am vorzüglichſten enthuſiasmirten die Polacca, die große Arie und die Wahnſinnsſzene. Sie ward etwa drei—
zehn bis vierzehn Mal gerufen, eine Auszeichnung, die hier der Haſſelt nie widerfuhr.— Aber war der Suc— ceß in den Puritanern ſehr groß, ſo zeigte er ſich in dem„Liebestrank“, in dem ſie am 14. die Adina ſang, wenn mög⸗ lich noch größer. Es war ein Triumph von Anfang bis zu Ende. Schon nach dem Duette mit Nemorino ward ſie zwei Mal gerufen und nach dem Final— ſaz, der die höchſte Sen ſation erregte, drei Mal. Im 2⸗ten Akte bildete das Duett mit Dulcamara den Kulmina— tionspunkt; es war das Höchſte was graziöſer Geſang und Kehlenfertigkeit hervorzubringen vermögen. Ein ſtürmi— ſcher dreimaliger Hervorruf lohnte die Sängerin, die das Duett wiederholen mußte. Eine eingelegte Arie:„oh quanto é felice il cuore in tal di“ gefiel außerordentlich. Sie hat eine ſehr liebliche Melodie und Dem. Carl trug ſie entzükend ſchön vor). Die Wie— derholung ward ſtürmiſch verlangt, wor— auf ſie das Publikum vier Mal her— vorrief.— Man iſt nun auf die fer— nern Gaſtrollen dieſer eminenten Künſt— lerin geſpannt. Wie freuet man ſich auf ihre Norma, welche Parthie uns verſprochen wird! D I. Nachſchrift. Am 16. trat die gefeierte Künſtlerin als Norma zum lez⸗ ten Male auf, und erprobte den euro— päiſchen Ruf, den ſie ſich in dieſer Par— thie erworben. Es war ein Triumph der dramatiſchen Geſangskunſt. Preßburg. Oa der Baritoniſt Nuſch, vom! Hamburger Stadttheater, nach Peſth zu einem Gaſtrollencyklus geht, ſo dürfte Ihren Leſern eine kleine Nach— richt über den Erfolg ſeiner hieſigen Gaſtſpiele angenehm ſein. Er trat in * Dieſe Arie ſcheint dieſelbe zu ſein, die Mad. Mazza in Peſth einlegte,
und Hru. Mazza, der gegenwär— tig in Peſth mit Erfolg Geſangs⸗
unterricht ertheilt, zum Kompoſi— teur hat. N.


