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den Puritanern, im Nachtlager, in der Nachtwandlerin und in der Norma als Sever auf. Lezteres war ein ge wagter, aber nicht mißlungener Ver ſuch, obwohl durch Umſezung des Te⸗ norpartes ein Theil der lieblichen Me⸗ lodien verloren ging. Aber der Sänger hat ſein treffliches, markiges Organ ganz in ſeiner Gewalt, und weiß da mit zu wirken. In den übrigen Par⸗ thien erhielt er den rauſchendſten Bei fall, den er auch durch die reine, volle Stimme, ſo wie durch einen gediegenen Vortrag mit Recht verdient.*

Dresden. Während der Auffüh rung der OperMacbeth im hieſigen Hoftheater trug ſich neulich, in Anwe ſenheit des Hofs und der Großfürſtin Helena, ein tragi-komiſches Intermezzo zu. Eine langgenährte Feindſchaft der Mad. Schröder-Devrient gegen die Sän gerin Dem. Marx(angeblich, weil Lez⸗ tere ſich auf die Rolle der Erſteren in denHugenotten einſtudirt hat) mochte ſchon hinter den Kouliſſen zu einem ſtar ken Ausbruch gekommen ſein, als die Erſtere, wegen auffallend nachläſſigen Geſanges von einem Theile des Publi⸗ kums beziſcht, in einen Thränenſtrom ausbricht, und nicht im Stand iſt, wei ter zu ſingen; darauf wird Dem. Marx von einem eben ſo unerwarteten Ap plaus dergeſtallt konſternirt, daß ſie ohn⸗ mächtig von der Bühne getragen wer den muß, und die Oper nicht zu Ende geſpielt werden kann.

Mignon-Zeitung.

Paris. Hr. Liszt hat folgenden Brief an den Redakteur derRevue des deux mondes ergehen laſſen und er beeilt ſich, ihn mitzutheilen und zu beantworten:

Mein Herr!

In Ihrer muſikaliſchen Revue vom

fünfzehnten Oktober wird mein Name

bei Gelegenheit übermäßiger Prätenſio⸗ nen und übertriebener Erfolge einiger ausübender Künſtler genannt, weshalb ich mir die Freiheit nehme, über dieſen Gegenſtand eine Bemerkung an Sie zu richten. Die Blumenkronen, welche Dilettanten von New-York und Paler⸗ mo den Damen Elsler und Pixis zu Füßen gelegt, ſind glänzende Offenba⸗ rungen der Begeiſterung eines Publi- kums. Der Säbel aber, den man mir zu Peſth gegeben, iſt die wohlüber⸗ legte Velohnung einer Nation, die die⸗ ſe unter einer ganz nationalen Form reicht. In Ungarn, mein Herr, in dieſem Lande alter Sitten und Rit ter⸗ lichkeit, hat der Säbel eine patriotiſche Bezeichnung; er bedeutet die ausgezeich⸗ netſte Männlichkeit und es iſt die Waf⸗ fe jedes Mannes, der eine Waffe zu tragen berechtigt iſt. Wenn ſechs unter den würdigſten Männern meines Landes mir ihn mit allgemeinſter Zuſtimmung meiner Landsleute überreichten, während im ſelben Augenblik das Komitat von Peſth von Sr. Majeſtät den Adelsbrief für mich forderte, ſo hieß das: mich nach fünfzehnjähriger Abweſenheit auf's Neue als Ungar anerkennen; es hieß: mich für die, der Kunſt in meinem Va⸗ terlande geleiſteten geringen Dienſte be lohnen; vor Allem hieß es, das fühle ich, mich ruhmvoll demſelben wieder ver⸗ knüpfen, indem es mir ernſte Pflichten, Verbindlichkeiten für's Leben, als Mann und Künſtler auferlegt. Ich ſtimme mit Ihnen überein, mein Herr, daß dies ohne Zweifel weit über Alles geht, was ich verdienen konnte; auch habe ich in dieſer rührenden Feierlichkeit eher den Ausdruk einer Hoffnung als den einer Befriedigung geſehen. Ungarn hat in mir den Mann begrüßt, in dem es nach allen kriegeriſchen und politiſchen Be rühmtheiten, die es in ſo großer Anzahl hervorgebracht, nun auch den berühm ten Künſtler erwartet. Als Kind em