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gefunden, der auch italieniſche Buffo⸗ Arien trällert, und Hunde und Affen haben bereits ihre Produktionen in dem Thier-Theater des Hrn. Schreyer be— gonnen. Krippenſpiele gibt es jezt auch zu ſehen. A.
New-⸗ Mork. Die hieſige Staats⸗ Zeitung liefert Reiſebilder, wovon Fol— gendes aus New-Hork zeigt, daß die Chriſten in den freien Republiken Ame— rikas in gewiſſer Hinſicht Urſache haben, vor den Heiden in dem despotiſchen Aſien zu erröthen: Ich beſuchte eine Sklaven-Verſteige rung auf der franzö— ſiſchen Börſe. Während der Verſteige— rung wurde der Sklave auf einen Stuhl geſtellt, und nachdem der Auktionator Alter und Eigenſchaften deſſelben ange— geben, nahm er die Gebote der Zu— ſchauer an und ſchrie dieſelben abwech-⸗ ſelnd in franzöſiſcher u. engliſcher Spra— che aus. Einige Sklaven verkaufte man als Haus dienſtboten, andere als Tage— werker oder Handarbeiter oder Damen— aufwärterinen. Die für männliche Skla— ven bezahlten Kaufgelder ſtiegen auf 600 bis 1200 Thaler, für weibliche von 400 bis 700 Thaler. Ein Weib mit Zwillingskindern wurde für 1000 Thaler verkauft. Unter andern, die man ver— ſteigerte, war ein gelbes Mädchen, das auffallend ſchön geformt war und ein ſehr hübſches Geſicht hatte. Ihr Haar war lang, ſchwarz und durchaus glatt. Sie wurde für 2700 Thaler verkauft! Ich verließ den Ort mit Ekel und Wi⸗ der willen.
Lugos. Das„Temes varer Wo— chenblatt“, eine ſehr empfehlenswerthe Zeitſchrift, ſchreibt:„Madame Fortuna hat ſich auch nach unſerem Temes varer Vanate ein Mal gewendet, und den in Lugos garniſonirenden Herrn Oberlieu— tenant von Kaiſer Huſaren, Koloman
Grafen von Hugonay, mit dem Haupt—
treffer der jüngſt ausgeſpielten Herr— ſchaſten„Jetſchan, Semtſch und Lau— korzan“ beglükt, nachdem derſelbe drei Tage früher auch in dem kleinen Lotto eine ausgeſpielte Kleinigkeit, im Wer— the von 90 fl. CM., gewonnen.— Das Loos hat der Herr Graf in Lugos bei dem Handelsmanne Moriz Auſpitz“) ge⸗ kauft, und es läßt ſich von den be— kannten großmüthigen Geſinnungen deſ— ſelben erwarten, daß er ſolche auch auf das Veſte des Lugoſcher Gemeindewe— ſens ausdehnen werde.“ Oy.
Königsberg. Die großartigſte homöopathiſche Heilanſtalt der Welt wird hier mit einem Fonds von einer h Million Thalern gegründet werden— leider aber erſt nach dritthalb Jahrhun— derten. Es hat nämlich der kürzlich verſtorbene Oberamtmann Albrecht in. ſeinem Teſtament ungefähr 25,000 Thlr. mit der Beſtimmung ausgeſezt, daß die— ſes Kapital, durch Zinſeszinſen ver— mehrt, in 250 Jahren zur Erbauung und Unterhaltung eines Hoſpitals ver⸗ wendet werde, in welchem die Kranken nur nach homöopathiſcher Methode be— handelt werden ſollen. Sicherlich eine ſehr ernſte und etwas langwierige Pro— be für die Dauerhaftigkeit des Hahne— mannſchen Heilverfahrens! Aber auch ei— ne komiſche Seite hat der ſeelige Erb— laſſer herausgekehrt, indem er einem hie— ſigen Homöopathen, der ſchon über 50 Jahre alt iſt, zum Arzte dieſer noch im Stande des Embroy befindlichen Stif— tung mit einem Gehalte von 200 Tha⸗ lern verordnet hat.
) Dieſer hat es, wie bekannt in Peſth bei Hrn. Lueff gekauft, und nur ſo kam es über Temesvar nach Lu— gos.
Redigirt von der Redaktion des Spiegels.


