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fall, der mehr dem Spiele der Beſchäf tigten(Dem. Herbſt in der Titelrolle ausgezeichnet) galt, aufgenommen. Außer den oben genannten Hrn. Norking von Bremen, wurde der Baſſiſt vom Ham burger Stadttheater, Hr. Binder, en gagirt. Das neue Opernmitglied, das ſich bei ſeinem Gaſtſpiele als Oroviſt und beſonders als Marcel, im Geſange wie im Spiele auszeichnete, iſt eine glükliche Acquiſition zu nennen. Ein acht⸗ jähriges muſikaliſches Wunderkind ließ ſich auf dem Pianoforte im Theater undStaunen ergriff die Menge um her. Er heißt Leopold Baſch, iſt ein Schüler des bekannten Klavirvirtuoſen g. Tedesco, und ſpielte das Hummel' ſche Konzert(As Dur) mit einer Fin⸗ gerfertigkeit, mit einem Ausdruk und ſolcher Präziſion, die die kühnſten Er wartungen, die man an viel älteren Klavierſpielern kaum zu machen wagt, übertrafen. Der große kleine Künſtler wurde von dem entzükten Auditorium oft gerufen. Auch ſeinem Lehrmeiſter geſchah die gleiche Ehre. A.

Mignon-Zeitung.

Mainz. Dr. Wieſt, Redakteur des Rheinlands, iſt wegen eines thätli chen Angriffs gegen die Perſon des Li teraten Rehner zu 42 kr. Geldſtrafe und in die Prozeßkoſten verurtheilt worden. Mit welcher Schonung das Gericht gegen Hrn. Wieſt verfuhr, mag daraus erhellen, daß in derſelben Si zung, wo dieſes Urtheil publizirt wur de, ein Buchdrukerlehrling, der einem andern ein Zeitungsblatt auf der Straße entriß, in dieſelbe Strafe verurtheilt wurde.

London. Ein engliſcher Lord, der ſeinen Landſiz auch mit einer Biblio thek ausſtaffirte, ſchrieb an einen Buch⸗ händler zu London:Mein Herr, ich

habe mir zwar, nach Ihrem eingeſen deten Vücherverzeichniſſe, die darin an⸗ geführten Bücher ſämmtlich angeſchafft, um ein ſchönes großes Büchergeſtell da⸗ mit in allen Formaten auszuſchmüken. Es fehlt mir aber noch in der klaſſi⸗ ſchen Literatur ein und ein halber Fuß in Quart, in der Rechtsgelehr ſamkeit drei Fuß in Folio und in den ſchönen Künſten vier und ein viertel in Oktav, für deren Herbeiſchaffung ich daher ge fälligſt zu ſorgen bitte.

Weimar. Die neueſte Nummer des Weimar'ſchen Regierungsblattes ver⸗ öffentlicht drei Zuſäze zu den akademi⸗ ſchen Geſezen der Univerſität Jena, wonach das dort bis her übliche Duell auf Stoßwaffen mit härteren Strafen belegt wird, als der Zweikampf auf den Hieb. So wird nun die Stoß waffe, welche ſeit her nur noch in Jena, Erlangen und Würzburg gebräuchlich war, bald ganz von den deutſchen Hoch ſchulen verſchwinden.

Berlin. Bei bem Geburtstage der Königin hat unſer geiſtreicher Mon arch wieder einige Proben von ſeiner jovialen Gemüthlichkeit gegeben. Die unbeſoldeten Kommunalbeamten luden das königliche Paar zu einem Mit tags⸗ mahle ein, erhielten jedoch von Seiner Majeſtät den Beſcheid:Meine Herren, den Geburtstag meiner Frau feiere ich, wie dies in jedem Familienkreiſe Sitte iſt, in meinem Hauſe! Bei der Tafel brachte der König einen Toaſt auf das Wohl Höchſtſeiner Gemahlin aus.

Prag. Der Zauber-Rechner Da⸗ ſe aus Hamburg zeigte ſeine erſtaun⸗ liche arithmetiſche Kombinationskraft in allen Lehranſtalten u. im Konzertſaale. Nachdem uns dieſer Rechenmeiſter ver⸗ laſſen, der Coloſſeumswagen des E. Hahn aus Ofen abgefahren und die Me⸗ nagerie des Thyri weiter gewandert, hat ſich hier ein italieniſcher Rieſe ein