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den. Sie waren„die Wiener Stuben— mädel“ und„der Schneider und ſeine Töchter“ benamſet und gingen zu ih— ren Vätern, den Lumpenſammlern ein. Da war auch von dem berühmten Poſt— büchelſammler, Hrn. Hopp:„Koch, Ku— pferſchmled u. Kappel macher“ zu ſehen und richtig ein erbärmlicher Brei ward uns aufgetiſcht. Da kam dann ein Hr. Hilar(wieder der große Hopp?) und bringt„die Araber im Volksgarten“ u. ſieh da, Hr. Unſinn feiert mit Fräu— lein Dummheit ſeine Hochzeit— Fadheit, Langeweile ſind die Beiſtände, die ar— men Schauſpieler die Zeugen und das geduldige Publikum muß die gelade— nen Hochzeitsgäſte ſein. Und dieſe ka⸗ lekutiſchen Produkte, bei welchen wir Zeit und Geld verloren haben, wurden mit hübſchen Schlußtänzen und zweimal gegeben und daher gnädiglich, ohne Ge— räuſch in ibren ewigen Schlummer ge— wiegt. Dies Alles trug ſich zu in dem Prager Muſentempel, deſſen Inſchrift: „Musis et Patriae“ lautet, in derſel⸗ ben Kunſthalle, wo die poetiſchen Ge— bilde von Shakſpeare, Goethe, Schil— ler, Leſſing vorüberſchreiten u. die Tö— ne von Mozart, Spohr und Weber er— tönen, wo aber auch„die Araber aus der Wüſte Sahara“ ein duzendmal bei gedrängtvollem Hauſe ſangen und ſpran— gen, und daſſelbe Publikum, das die oben angeführten Mißgeburten ſo mir nichts dir nichts vorbeirutſchen ließ, übte ſein ſtrenges rükſichtsloſes Ziſchamt bei Or. Marchlands„Frauenemanzipa— tion“, nahm mit Vorliebe und beſonde— rer Gunſt die Halevyſche Oper„der Bliz“ auf und ſtieß das Tonprodukt deſſelben Komponiſten,„den Sherif«, unter Toben und Vrauſen zum Orkus hinab. Und wiederum daſſelbe Publi— kum zollte gleichen Veifall einem mit— telmäßigen Luſtſpiele von Franz von Holbein, der Schröders„das Vlatt hat ſich gewandt“ in„Degen u. Pantoffel“
verwandelte, wie des gewaltigen und kühnen Britten:„Heinrich, dem Vier— ten.“ Freilich war auch die Darſtellung des neu bearbeiteten Holbein'ſchen Luſt— ſpielt ſo gelungen, Polabsky's Spiel als Pantoffel held ſo klaſſiſch, daß das bublikum nicht zum Denken über das nur aus Spaß beſtehende Produkt kam. Mit der Darſtelluug des„Heinrich“ konnte man zufrieden ſein; Bayer hat— te als Falſtaff manche ausgezeichnete Mo— mente, mit der Maske war ich nicht einverſtanden. Der vaſte Dikwanſt fehl—
te. Herr Norking, ein Neeuengogirter, ‚
ſpielte den Prinzen von Wallis, hie u. da nicht übel, und Hr. Dietz repräſen— tirte den Heißſporn, zu welcher Parthie ihm die Kraft abging. Das Publikum applaudirte viel und rief den Fal ſtaff. In der Ausſprache der engliſchen und ſchottiſchen Namen herrſchte eine baby⸗ loniſche Verwirrung; die ſchottiſchen wurden auf engliſche Weiſe ausgeſpro— chen und die engliſchen wurden verſchie⸗ denartig vernommen. So hörte man „Falſtef“,„Mortima“,„Deglas.“ Mit gleichem Intereſſe wurde die neue Dar⸗ ſtellung des dramatiſchen Gedichtes auf— genommen, welches das bedeutungsvolle Motto führt:„Introite, nam et hic Dii sunt“. Ich meine Leſſings„Na⸗ t han“, mit der ſchönen humanen Ge— ſinnung, die nicht genug verbreitet werden kann. Eslair war ein ſchlich⸗ ter und Anſchütz iſt ein kraftvoller Na— than. Emil Devrient und Ludwig Lö⸗ we müſſen trefflich den Saladin und den Templer repräſentirt haben. Hr. Fiſcher und Hr. Dietz wurden gerufen. Hale— vys„Sherif“ hatte bei uns ein tragi⸗ ſches Geſchik. Sei ee, daß das Libretto fad und langweilig, oder daß das Pu⸗ blikum übel aufgelegt war, die Oper wurde troz der guten Exekutirung zu Grabe getragen. Hingegen wurde„Ines de Caſtro“ von Dr. Adolf Wiesner lei⸗ nem Prager) nachſichtsvoll und mit Bei⸗


