Theater.
Peſt h.(Glüe der Lokalpoſ⸗ ſen in Peſt h.— Hr. Stoll.) Die Einnahme des Hrn. Krommer, Ober— garderobier des Peſther Theaters, iſt den Wünſchen deſſelben entſprechend aus⸗ gefallen, d. h. das Haus war ſehr voll. Gegeben wurde:„der Schneider u. ſei⸗ ne Töchter“, Lokalpoſſe in 3 Akt. von dem Verfaſſer des„Asmodäus.“ Die Poſſe kennen wir bereits vom Sommer- theater her. Es gibt viel zu lachen darin. Man lacht über die Dummhei— ten; man lacht über Diejenigen, die über die Dummheiten lachen, und die recht geſcheidt ſein wollenden Leute la⸗ chen ſogar über den Verfaſſer des„ As⸗ modäus“, der ſich nur kek hätte nen nen ſollen. Warum denn ſchämen! Es haben ſchon beſſere Stüke als dieſer Schneider dem guten Geſchmake nicht zugeſagt!— Geſpielt wurde recht wa⸗ ker, ſo wie überhaupt die Lokal poſſe bei uns ſehr gut repräſentirt wird; be⸗ ſonders bemerkten wir in lezterer Zeit ſo viel Fleiß und Liebe darin, daß die⸗ ſes Genre jezt ſichtbar in Aufnahme iſt. Das Publikum ſche int mehr denn je Ge⸗ fallen daran zu finden.— Das Nes ſtroyſche Stük:„Gegen Thorheit gibt es kein Mittel“, das in Wien nur eine
Mittwoch, 16. Dezember.
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1840.
ſehr laue Theilnahme erhielt, verdankt wohl nur ſein Glük auf der hieſigen Bühne der untadelhaften Aufführung, die vielleicht jene in Wien übertreffen mag. Das Stük ward am 13. d. bei vollem Hauſe wiederholt.— Im„Schnei⸗ der und ſeine Töchter“ zeichneten ſich wie der die H. H. Rott u. Gäde durch ihre unerſchöpfliche Laune beſonders aus. Auch unſere recht brave Mad. Klim⸗ metſch that das Ihrige, ſo wie Dem. Calliano und auch Hr. Macho lobend zu erwähnen ſind.— Zwiſchen dem erſten und zweiten Akte ſang Hr Stoll eine große Arie aus der„Jüdin“, zwar et⸗ was kraftlos, doch immer ſehr befrie⸗ digend. 9
Prag.(6. Dez.). Unſere Poſ⸗ ſenſchreiber halten keine Stüke mehr auf das Publikum und die Kritiker, höchſtens elende Fezen. Das publikum mag pfiffig werden oder ſich langweilen, der Kritiker mag die beißen dſte Philip⸗ pica führen, die Lokalſtük⸗Verfertiger bleiben bei ihren Leiſten, thun und ſchmieren doch was ſie wollen. Da exi⸗ ſtirt z. B. ein Carolus Haffner, der hat in ein halb Duzend Jahren ein Schok kurioſe Theatereier an der Wien gelegt, die weder NRäthliches, noch Weis liches enthalten, und von de— nen ein Paar bei uns aus gebrütet wur⸗


