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ſolche Anforderungen nicht. Der Tenor Kochansky hatte ſich mit Glüt dem Schauſpiele zugewendet, iſt aber in Folge einer Liebesintrigue von hier ver⸗ ſchwunden. Mad. Kunert iſt als Lo⸗ kalſängerin ſehr verwendbar. Die übri⸗ gen Mitglieder gefallen nach dem Grade ihres Darſtellungs-Ver mögens: Regiſſeur Vanini als Intriguant, Wolfer u. Wal⸗ ters, Liebhaber; Weiß und Veihl in Vater⸗Rollen. An Komikern iſt hier ein Ueberfluß, wir haben deren drei: Stahl⸗ berg, Leinberg und Preſchl, die aber zuſammen kaum Einen guten Komiker machen. Die illiriſchen Schauſpieler geben gegenwärtig in Karlſtadt Vorſtel lungen. Die Kunſtreitergeſellſchaft der Hrn. Slezak und Wolf macht gute Geſchäfte; der mitten auf dem Harmi zenplaz erbaute Cirkus iſt täglich ge⸗ drängt voll. Seit vielen Jahren war keine derartige Produktion hier zu ſe hen, dazu kommt noch die große Kunſt fertigkeit der Mitglieder, beſonders der Geſchwiſter van der Berghe, was den Beifall u. Zudrang in ſo reichem Maße veranlaßt.

Nteratur.

Literariſches Portfolio. So eben erſchien im Verlage von Ig. Ad. Schalba, Buchhändler in Preßburg, die zweite Auflage der Geſez⸗ artikel des ungar. Reichstages 1839 1840 nebſt dem Wechſelrechte u. den übrigen Kreditgeſezen für das Königreich Ungarn. Ueberſezt und mit den nöthigen Anmerkungen verſe hen von Joſeph Oroß.(Preis 1fl 40 kr. C. M. Zu haben in Hartlebens Buchhandlung in Peſth). Das beſte Buch in dieſer Art! Das kompendiö⸗ ſeſte, gehaltvollſte, anwendbarſte u. ver⸗ läßlichſte. Schon der ungemein raſche

Abſaz der erſten Auflage mag dies be⸗ währen; denn er beweiſt, daß die allge⸗ meine Stimme ſich dafür entſchieden ha be aber auch die kompetenteſten Kunſt⸗ richter haben dieſem Werke ihr Votum gegeben. Man weiß, daß Hr. Dr. Wil d⸗ ner in Wien, der ſo thätigen Antheil an der Ausarbeitung des neuen ungar. Wechſelgeſezes nahm, das Manuſkript ſelbſt revidirte, was ihm zur nicht geringen Empfehlung dienen kann; zugleich weiß man aber auch, daß der geſchäzte Ueber ſezer, Hr. Oroß, in den Geiſt des Ge ſezes eben ſowohl wie in jenen beider Sprachen ſo eingedrungen iſt, daß die ſes Werk wenige oder gar keine Wün ſche unbefriedigt läßt. Da es alle Ge ſezartikel des Reichstages 18391840 umfaßt, ſo iſt es von unberechenbarer Gemeinnüzigkeit für alle Klaſſen u. Stän de in unſerm Vaterlande, und bald dürfte es zum unumgänglichen Bedarf eines jeden Staatsbürgers, eines jeden Einwohners dieſes Landes werden. Dieſe zweite Auflage iſt noch fleißig durchgeſehen u. verbeſſert worden, und die Ausſtattung iſt ſehr gefällig. Von denDenkwürdigkeiten und Geſtändniſ ſen des Scharfrichters von London, die in engliſchen Blättern lobende Beurthei lungen hervorriefen, iſt jezt eine deut⸗

ſche Ueberſezung(Weimar, bei B. F. Voigt) erſchienen. Das Lob engliſcher Blätter war nicht eben ein verdientes; die Denk würdigkeiten ſind ſchwerlich echt, es fehlt ihnen ungeſchmükte Darſiell ung, Einfachheit, kurz alle jene Eigenthüm⸗ lichkeiten, durch welche ſich auf Facta beruhende Mittheilungen von Erdich⸗ tungen unterſcheiden. Am intereſſan⸗ teſten in dem Buche ſind Nachweiſungen über verſchiedene Todes-Urtheile, die zu Anfang dieſes Jahrhunderts in London vollzogen wurden, und die neue Belege von der, jezt in etwas gemilderten, Strenge der Kriminalgeſeze in England und von dem ſchnöden Leichtſinn bieten, mit dem dort über Menſchenleben ge ſchaltet wurde.

Redigirt von der Redaktion des Spiegels.