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25. Mittwoch, 28. Oktober. 1840. Theater. iſt, daß Weiberehre für uns ein beili—
Pe ſt h.[(Neues Schauſpiel.) Am 24. d. gab Dem. Müller das be⸗ kannte Schauſpiel von Aler. Dumas: „Gabriele de Belleisle“ zu ihrem Be; nefiz. Endlich wieder einmal ein heite—⸗ res, gelungenes Bühnenprodukt, u. gera⸗ de hat uns Frankreich, das uns in neue⸗
rer Zeit mit zablreichen Bühnenproduk⸗
ten verſorgte, die vergänglich wie ſeine Mode, von leichtem Zuſchnitte, wie ſei⸗ ne Kleider, ſich keines dauerhaften Wer— thes erfreuten, hier mit einem Reper⸗ toirſtük bereichert, welches vollkommen den Geſchmak eines gebildeten Publi⸗ kums be'riedigte, und uns durch ſeinen wizigen ſinnreichen Dialog, wie durch ſeine raſche ineinandergreifende Handlung einen genußreichen heitern Abend ver⸗ ſchaffte.— In einem heitern Gemälde werden uns hier franzöſiſche Sitten un— ter Ludwig XV. vorgeführt und die Verderbtheit jener liebes⸗ und duell⸗ ſüchtigen Roues, ſo wie jener reizenden Frauen, die durch ihre Schönheit ſtets von einer Schaar der mächtigſten An⸗ beter umringt wurden und durch ihren Geiſt auf die wichtigſten Staatsgeſchäfte Einfluß hatten, wird uns bier von ei⸗ ner heitern, freundlichen Lichtſeite ge⸗ zeigt.— Die Tendenz dieſes Stükes
ger Gegenſtand ſei, und daß der Ruf eines Frauenzimmers ihr theuerſtes, koſt⸗ barſtes Gut iſt, welches wir nicht anzu⸗ taſten wagen ſollen, u. daß eine unvor— hergeſehene Rede, ein hingeworfenes Wort die traurigſten Folgen haben und das Glük einer ganzen Familie zertrüm— mern könne. Dem. Müller(Gabriele), unſere liebenswürdige Benefiziantin, war in ihrer Rolle beſonders ausgezeichnet, und ihr lebendiger, feuriger Vortrag, ihre richtige Deklamation gaben uns ein beredtes Zeugniß von der Phantaſie u. dem Gefühlsreichthum dieſer Künſtle⸗ rin. Mad. Grill(Marquiſe) gab den Charakter dieſer Weltdame mit einer ſolchen liebenswürdigen Färbung und glüklicher geiſtvoller Bezeichnung, daß wir dieſe Rolle uns nicht beſſer denken können. Das unverkennbare Talent die— ſer Künſtlerin für das heitere Konver⸗ ſationsfach hat ſich auch heute auf eine meiſterhafte Art bewährt.— Herr Ka⸗ lie gab den Herzog mit einem beſondern Aufwand von Heiterkeit und Laune, und die originelle Darſtellung u. Auf⸗ faſſung dieſes lebensluſtigen Dandy zeig— te uns in ihm den fein gebildeten, rich⸗ tig denkenden Schauspieler. Das Vu⸗ blikum verſammelte ſich zahlreich zur Benefiz eines ihrer Lieblinge. Demoiſ.


