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tig Jahren iſt England bemüht, dieſes ſcheußliche Uebel auszurotten. Es ver⸗ wendete ſeit 1807 über 20 Millionen Pfd. St. für Loskaufung von Sklaven und außerdem mehr als 100 Millionen Thaler zur Unterſtüzung aller Mächte, die gegen den Sklavenhandel gerichtet ſind. Dabei hat ſich der Sklavenhandel beinahe um das Doppelte vermehrt, und von je 100 Sklaven ſterben jezt 25, früher nur 17. Bei allen Anſtren⸗ gungen des ungeheuren Reichs verdop— pelt! Doch Britannien läßt ſich nicht ab⸗ ſchreken. In London hat ſich das Volk zur Unterdrükung des Sklavenhandels und für Ziviliſirung Afrika's vereinigt, und Prinz Albert ſteht als Präſident an der Spize. Sollten ſich denn nicht auch Quadrupel⸗Allianzen der Staaten bilden können, um dieſe Schande gründ— lich aus dem Jahrhundert zu beizen? Selbſt jener Verein in London wird zu ſchwach bleiben, ein ganzer Erdtheil, Europa müßte zum Heile des andern aufſtehen und ſeine beſten Kräfte an— wenden, die Menſchheit von dieſem furcht⸗ barſten aller Schandfleke zu reinigen.
Düſſel dorf. Die Düſſeldorfer Malerſchule, welche ſich von jeher durch die Ausbildung deutſchen Geiſtes aus⸗ gezeichnet, iſt von den Beſorgniſſen und Hoffnungen dieſer Tage beſonders an— geregt, ſo daß die meiſten ihrer Glie— der beſchloſſen haben, im Falle des Krie⸗ ges mit höherer Genehmigung eine frei— willige Jägerſchaar zu bilden, was nicht fruchtlos ſein mag, da mehrere ihrer Koriphäen als vorzügliche Schüzen be⸗ kannt ſind.
Hildburg hauſen. Man lieſt in der Dorfzeitung:„Im Königreiche Würtemberg und am Rhein werden fort⸗ während Pferde für den König der Fran⸗ zoſen eingekauft. Ein Pferdehändler in Frankfurt hat eben einige tauſend Stük
deutſche Pferde nach dem Elſaß abge⸗ führt. Man will behaupten, deutſche Pferde würden deswegen gekauft, weil ſie, mit franzöſiſchen Reitern auf dem Rüken', die Wege in Deutſchland beſſer fän— den. Ueberhaupt gibts Leute, die ſehr unzufrieden ſind, daß man in Deutſch⸗ land noch nicht rüſte. Ein bairiſches Blatt ſagt, in den deutſchen Gauen ſinge man:
Schlummre, liebe Kleine,
Eben ſchlägt es Neune,
Und das iſt die rechte Schlummerzeit Für die Kleinen weit und breit.
Von ſolcher Angſt ſind wir frei. Um Neun ſchlafen nur die Kinder; die Män⸗ ner wachen bis hoch Mitternacht, und wenn die Mutter ruft, hören auch die Kleinen der Mutter Stimme.“
Preßburg. Unſer allgemein be⸗ liebter Stadt hauptmann, der Magiſtrats— rath Herr v. Vetſera entging die vorige Woche nur mit genauer Noth dem Mord— anfall eines Mannes. Mit einem lan— gen Meſſer bewaffnet, drang er ins Wohn⸗ zimmer des Stadthauptmanns, und nur dem muthigen Benehmen des Angegriffe— nen iſt das Verhüten eines Mordes zuzuſchreiben. Der tolle Mörder wehrte ſich auf der Straße gegen mehr als 10 Perſonen, bis man ihn endlich mit Stri— ken einfing und in Gewahrſam brachte. Die Theilnahme für den hochgeachteten Beamten, dem die Stadt ſeit dem kur— zen Zeitraume ſeines Wirkens ſchon vie les zu danken hat, äußert ſich in al⸗ len Kreiſen auf das Herzlichſte.— Auf dem Schloßgrunde geſchehen ſeit Kurzem mehrere bedeutende Diebſtähle. Dem Dr. B. wurde ein Silberkaſten ausgeleert, indem der Dieb durch einen Ofen, der von außen geheizt wird, einbrach. Wie man vermuthet, ſind zwei Töpfergeſellen, die vor Kurzem den Ofen reparirten, die Thäter.— Auf kühne Weiſe wur⸗ den 4 Gewölber beſtohlen, indem man in ein durch eine Steinplatte bedektes Kellerloch hinabſtieg, von unten den Fußboden eines Gewölbes aufſtieß und dann die Seitenmauern durchbrach. Die Diebe waren mit dem baaren Gelde, ge— gen 2000 fl., zufrieden und nahmen
nichts von Effekten. O ho.
NRedigirt von der Redaktion des Spiegels.


