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faſſung ſeiner Rollen. Die übrigen Mit⸗ glieder tragen ihr Möglichſtes zur Aus⸗ füllung der Geſangsparthien bei. Im Schauſpiele wechſeln Gäſte; ſo eben ha ben Herr und Mad. Herzinger, vom deutſchen Theater in Trieſt, ihre Gaſt⸗ rollen als Cedrik und Griſeldis begon⸗ nen, die aber erſt nach mehrerem Auf⸗ treten beſprochen werden können. Uebri⸗ gens kommt nur ſchon oft Dageweſe nes zur Aufführung.. Neapel. Der neapolitaniſche Caratterista GaetanoBianchi brachte im Theatro Felice zu ſeiner Serata ein Luſtſpiel1 Tutori, von ihm ſelbſt verfaßt, welches ſich eines in Italien ſeltenen Succeſſes erfreute. Der Inhalt iſt folgender: Giannina, eine reiche Er bin, hat drei Vormünder, einen Land wirth, Don Gerardo, einen Schmet terlingsſammler, Don Pietro, und ei ne adeliche Wittwe, Donna Iſabella, ohne deren einſtimmige Einwilligung ſie nicht heirathen darf. Nun wollen die beiden Erſtern ſie nur an einen Mann verheirathen, welcher mit ihnen gleiche Geſchäfte und Studien hat. Die Dame aber denkt, ſie mit ihrem albernen Sohn zu verheirathen, den ſie für das diplo⸗ matiſche Fach beſtimmt hat. Ein junger Abenteurer, Don Alonſo, kommt in die Stadt, ohne etwas bon allen dieſen Verhältniſſen zu wiſſen, verliebt ſich in Giannina, läßt ſich bei den Vor mündern aufführen, und da hält ihn, durch eine wahre Ignorantia invicibi- lis verleitet, Girardo für einen der vorzüglichſten Oekonomen des Landes, Pietro für einen berühmten Entomo logen, und Iſabella fär einen vorneh⸗ men Diplomaten, und da ſie durch ihn ihren Sohn zu plaziren hofft, willigt ſie in Alonſos Verbindung mit Gian⸗ nina, und alle drei Vormünder haben eben den Kontrakt unterſchrieben, als Gianninas beſtimmter Bräutigam und Alonſos Oheim, der eigentliche Diplo⸗

mat, erſcheint, und der Entomolog und die Dame erfahren, daß ſie getäuſcht ſind, nur Gerardo iſt zufrieden, da Alonſo von einer Tante zwei große Güter geerbt hat. Hier anweſende Deut ſche- verſichern, dieſer erſte dramatiſche Verſuch des Hrn. Bianchi ſei nich ts als eine etwas freie Ueberſezung des Luſt⸗ ſpielsdie Vormundſchaft von W. A. Gerle und Uffo Horn, welches 1837 den Cotta'ſchen Luſtſpielpreis erhalten hat. C'est tout comme chez nous! (Br. Morgenzeit.) Hamburg. Am zweiten Theater in Hamburg wurden am 28. v. M. an einem Abende folgende drei Stüke gege ben: 1)Oer Leichenräuber, ſchauder haftes Machwerk, auf dem Zettel Dra ma genannt, von Mad. Birch-Pfeiffer. 2)Schülerſchwänke. 3)Die Seelen verwandten. Die Leichenräuber ſind nur ein Schülerſchwank, aus dem alle Seele und aller Geiſt ausgewandert.

Mignon-Zeitung.

Skizzen aus Prag.(Kar⸗ tenſpiele.) Wie in jeder großen Stadt, gibt es auch in der Hauptſtadt Böhmens eine große Anzahl von Herren, noch mehr aber Frauen, welche wohl begreifen können, daß man, wie Mu cius Scävola, für das Vaterland die Hand in die glühenden Kohlen halten, doch nicht, wie man einen Abend und zumal einen Winterabend ohne Spiel parthie hinbringen könne. Das ver breiteſte und beliebteſte der Geſellſchafts⸗ ſpiele iſt das ſtille Whiſt(das freilich bei manchen Spieltiſchen etwas laut wird) mit ſeinem Stiefbruder Voſton, von der raffinirteſten Parthie an, bei welcher ſelbſt der brittiſche Gentleman noch Fineſſen lernt, bis zu der ſimpeln Hausparthie, bei der das engliſche Spiel ungefähr im Geiſte des uralten,

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