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Mittwoch, 21. Oßtobber.
1840.
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Theater.
Yeſt h. Die zweite Gaſtrolle des Hen. Sontheim, vom großherzogl. Hof⸗ theater in Karlsruhe, war Maſſanello in Aubers„Stumme v. Portici.“ War es, daß der Sänger nicht ſonderlich dis— ponirt warn, oder liegt die Parthie nicht in ſeiner Sphäre, genug, der Er— folg war nicht ganz ſo günſtig, wie man nach der erſten Rolle zu erwarten berechtigt war. Es verließ ihn manch⸗ mal die Kraft in den höhern Korden, was beſonders bei dem Fiſcherlied ſehr nachtheilig wirkte. Das Angenehme ſei⸗ ner Stimme verläugnete ſich indeſſen nicht und ſo lange er in der Mittellage blieb, ging ihm auch der Wohllaut und die Rundung der Töne nicht aus. Be⸗ ſonders gelungen war das Schlummer— lied, das er voll Zartheit und Schmelz vortrug. In der Wahnſinnsſzene war er ziemlich ergreifend. Aber im Gan⸗ zen war dieſe Parthie nicht ſehr wir⸗ kungsvoll und, wie wir hören, gehörte ſie auch nie zu den beſſern des Sängers, der aber als Othello, Sever u. ſ. w. ganz vorzüglich ſein ſoll. Wir wollen alſo ſehen.— Das Uebrige der Oper war größtentheils matter und läſſiger denn je, und wir ſchweigen ganz davon.
Wien. Die berühmte Sängerin Henriette Carl aus beſth, die ſich auf einer Reiſe nach Berlin gegenwär⸗ tig in Wien befindet, hat von der hie⸗ ſigen k. k. Hofoperntheater-Direktion die Einladung auf ſechs Gaſtrollen im Kärnthnerthortheater erhalten, die ſie auch angenommen hat. Es heißt, ſie erhält für jede Rolle 200 fl. C. M. Honorar. Sie ſoll den Cyklus am 20. d. M. als „Norma“ beginnen. P.
Agram. Endlich, nach mehreren mißglükten Verſuchen, wegen mangel⸗ hafter Veſezung der Oper, iſt einiges Leben in die Darſtellungen gekommen. Dem. Ruth, k. hannov. Hofopernſän⸗ gerin, gaſtirt eben hier und iſt bereits als Adina, Elvire, Romeo u. Norma aufgetreten. In den„Montecehi“ hätte man ſie lieber als Julie zu ſehen ge— wünſcht, obgleich ſie Bedeutendes leiſtete. Sie findet Beifall, doch nicht ohne Oppo⸗ ſition, da die Ehnes u. die Friſch noch im Andenken ſtehen. Dem. Satvini, welche die zweiten Singparthien gibt, iſt nicht ohne Talent, doch bedarf ſie nur noch der Ausbildung, beſonders in Beherrſchung ihres reichen Stimmen fon⸗ des. Die Herren Kochanski und Kunert wechſeln in den Tenorpartbien. Herr Huné, ein noch junger Mann, gefällt ſehr durch Vortrag, Stimme u. Auf⸗


