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Mittwoch, 23. September.
1840.
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Theater.
„ Peſth.(otello.) Vielleicht die gelungenſte Vorſtellung der it alieniſchen Operngeſellſchaft war die einundzwan⸗ zigſte, am 19. d., als Roſſinis„Otello“? gegeben wurde. Schon die Beſezung war die möglichſt beſte und ließ einen ausgezeichneten Genuß erwarten: Sgra. Carl: Desdemona, Sgr. Roppa: Otel⸗ lo, Sgr. de Bezzi: Rodrigo, Sgr. Paltrinieri: Jago, Sgr. Polonint: Vra⸗ banzio, Sgr. Tasca: Doge de., und man fand ſich bei der Produk tion in hohem Maße befriedigt.— Die Desde⸗ mona war von jeher eine der herrlich— ſten Blumen in dem ſchönen Kranze der Kunſtleiſtungen der Sgra. Carl, aber diesmal war die Künſtlerin beſonders gut disponirt, u. es ſchien uns, als hät⸗ ten wir ſie in dieſer Parthie nie ſo voll⸗ endet gehört. Es war eine nicht zu ver⸗ kennende Vegeiſterung, die ihr ganzes Weſen, ihr ganzes Wirken umfaßte, und Ton, Wort u. Geberde identirten ſich bei ihr, um ein Gebilde zu geſtalten, das Gehör u. Gefühl in gleichem Gra⸗ de in Anſpruch nahm. Die Einlage im erſten Akte:„De tuoi frequenti palpiti“ von Pacini, ein Muſikſtük von dem herrlichſten Effekte, bewies, wie ſehr die Sängerin ihre Mittel in ihrer Ge—
walt habe. Dieſe ſchwierigen Paſſagen, dieſe ſchön gebildeten Triller, bieſe Leich⸗ tigkeit im Vortrage, dieſe brillanten Verzierungen können nur Reſultate ho⸗ her Virtuoſität ſein, einer Virtuoſität, die ihre Kulmination im Finale des zweiten Aktes erreichte, wo die Künſt⸗ lerin voll-Glut der Leidenſchaft, mit allem Aufwande ihrer reichbegabten Stimme ſang und Alles zum tiefſten Mit gefühle hinriß. Trefflich war ſie auch in der berühmten Preghiera des drit— ten Aktes, die ſie mit ſchmelzender Weichheit vortrug und eben ſo rührte als das Gehör ergözte.— Sgr. Rop— pa war ein Othello faſt ſonder Glei⸗ chen. Dieſer herrliche Künſtler entwikel⸗ te einen Kraftaufwand und einen Fond der angenehmſten Töne, geeignet, Al⸗ les zur Bewunderung und zum Entzü⸗ ken hinzureißen. Wir haben dieſe Par⸗ thie in den meiſten Theilen hier noch nie ſo wirkungsvoll gehört, wenn auch Wild u. Vabnigg darin glänzten. War auch die erſte Arie eben ſo meiſterlich, wie die tief erſchütternde Schlußſzene, ſo war doch das Duett mit Jago im zweiten Akte das non plus ultra. Hier produzirte der Sänger eine erſchüttern⸗ de Macht, ein ſchmetterndes Getön, wo— mit er die höchſte Senſation hervor— brachte; die Wiederholung des Duettes


