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ner beabſichtigten Unbill ſchuldig zu ſein. Im Uebrigen ward die Oper von den italieniſchen Mitgliedern recht gut unterſtüzt. Roppa mit ſeiner gewaltigen Stimme ſang den Sever mit aller Mei ſterſchaft; Volonini execellirte als Oro viſt; beide erhielten die lebhafteſten Bei fallsbezeugungen und wurden mehrmals gerufen. Die Arie des Leztern im zwei ten Akte mußte wiederholt werden. Sgra. Caſſiani war als Adalgiſa lie benswürdig, ſie ſpielt ſehr lebhaft und warm, aber ihre Stimme bedarf noch der Ausbildung. Chöre u. Ocheſter hielten ſich trefflich. Am 7. d. M. gaben unſere italieniſchen Gäſte die ſechs zehnte Vorſtellung auf unſerer Bühne. Es war Bellinis liebliche Oper:La Sonnambula, worin Sgr. Vonfigli in der Parthie des Elviro als neues Mit glied auftrat. Sgur. Bonfigli iſt ein junger Mann von hübſchem Aeußeren, aber als Sänger allem Anſcheine nach ein Anfänger; ſchon ſeine Befangenheit beurkundet dies. Seine Stimme klang zwar angenehm, aber nicht kräftig ge nug, auch fehlt es ihr an Umfang. Indeſſen war italieniſches Gemüth hin und wieder nicht zu verkennen, was ihm allein ziemlichen Beifall erwarb. Im Uebrigen zeichnete ſich in der Oper nur Sgur. Polonini aus, der ſeine ſono re Stimme beſonders im erſten Akte geltend machte. Die Amina iſt zu ſchwie rig für die beſcheidenen Mittel der Sgra. Caſſiani. Ungerne vermißte man das be liebte Duett im 1. Akte. Das Thea⸗ war nicht ſehr beſucht. Ihre k. k. Hoheit die durchlauchtigſte Erzherzogin Hermine beehrte beide Vorſtellungen Norma u.Nachtwandlerin) mit allerhöchſt Ihrer Gegenwart. M. Wien. Um unſere theatraliſchen Zuſtände in Kürze zu berühren, genügt wohl der Bericht, daß in den lezten Tagen wenig Neues, doch hinlänglich Intereſſantes gegeben wurde; eine De

taillirung davon ware alſo hier von Im Hofburg⸗

geringer Erheblichkeit. theater wirkt Dem. Enghaus bereits als engagirtes Mitglied. Die jüngſte No vität an dieſer Bühne war ein Luſt⸗ ſpiel:die Stieftochter von der er lauchten Verfaſſerin des Oheims, Land wirths ge. Im Operntheater trat Dem. Kahlenberg, die Tochter des beim hieſigen Ballete engagirten Tänzers die ſes Namens, auf; ſie empfing ihre here Kunſtausbildung in Paris und be wies dieſelbe hier auf eine ſehr ehren volle, beifallsreiche Weiſe. Auch Stau digl erſchien ſeit ſeiner Reiſe wieder zum erſten Male und riß ſeine Vereh rer durch das herrliche Organ, welches ihm den Ent huſtasmus von halb Euro pa bereitet, zu neuen Steigerungen des Kunſtjubels hin. Für das Theater an der Wien ſcheint die Periode der Moſaiken gekommen zu ſein; nach den dramatiſchen Regentropfen und dem daumlangen Hanſel, der wohl auch nichts anders iſt als eine pantomimiſche Szenen-Ineinanderſchachtung, gibt man uns eine ähnliche neue Antiquität:die zuſammengeſtoppelte Komödie. Eine Kompilation der beſten Momente älte rer Stüke iſt jedenfalls wirkſamer als ein langweiliges neues Stük, umſomehr hier, wo der parodierende Charakter vorherrſcht und durch die ſtete Verwen dung der beiden Komiker Neſtroy u. Scholz eine bunte, angenehme Grellheit über jede Szene verbreitet wird. Hr. Grole, ein ſchon ſeit längerer Zeit bekanntes Bühnenmitglied, erhebt ſich gegenwär tig zur Selbſtſtändigkelt eines dritten Komikers, und nimmt hierzu, wie es ſcheint, Neſtroy zum Vorbilde. Gleich dieſem, liebt er die Effekte des Jokus mehr durch Sprache, Ausdruk und ſa tyriſcher Färbung der ganzen Rolle zu bewirken, während Scholz und ſeine zahlreichen Nachahmer dabei ihre Per ſönlichkeit und dag ſtumme Spiel einer

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