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bisherige Stellung bei der italieniſchen Oper behalten. Das Theatre des Variétés gibt ein hübſches, einaktiges Luſtſpiel:der Spielball einer Koket⸗ te. Die Handlung ſpielt in der Zeit der Perüken und Liebesabenteuer, die uns jezt ſo komiſch erſcheint; drei Cha⸗ raktere, ein Herzog, ein liebenswürdiger Roué ohne Ernſt und Würde, eine Marquiſe, fein, gewandt, geiſtvoll und kokett, und ein braver, aber ungeſchik⸗ ter Edelmann aus einer Provinzialſtadt, ſind ſehr hübſch gezeichnet. Unter der Leitung der Dlle. Georges vom Theatre frangais hat ſich eine Geſellſchaft gebil det, welche im Auslande, zunächſt viel leicht in Deutſchland, franzöſiſche Stüke aufführen will. Sämmtliche Theilnehmer der Geſellſchaft ſind Künſtler von Ruf, auch Montdidier vom Theatre frangais iſt unter ihnen. Das Gaité-Theater ſoll nächſtens ein Drama:das Kind des Todes, zur Aufführung bringen wollen, deſſen Stoff der gräulichen Mord that Eligçabide's entnommen iſt; man ſieht, die Theaterdichter ſind eben nicht ängſtlich in der Wahl ihrer Sujets. Gegen Ende des Monats ſoll im Theatre frangais eine Neuigkeit von Scribe: Japbet, gegeben werden. Alexan⸗ der Dumas's hübſches Luſtſpiel:Kean, erſcheint wieder auf dem Repertoire; Frederik Lemaitre wird vier Mal darin im Ambigu⸗Theater auftreten. Im verwichenen Julimonat wurden auf den Pariſer Bühnen aufgeführt: 23 Novi⸗ täten von 45 Autoren, nämlich eine Oper, 4 Komödien, 4 Dramen und 14 Vaudevillen. Ferner wurden 6 Stüke neu einſtudirt und kamen 6 Extravor⸗ ſtellungen u. 18 Debüts vor. Die große Oper, in welcher die Taglioni zum Schluſſe noch ein Benefiz hatte, wurde wie das Theatre francais, beabſichtigter Verſchönerungen halber, geſchloſſen. Die erſtere dürfte aber bis längſtens 10. Auguſt eröffnet werden. Es iſt noch un⸗

bekannt, welches Werk zu dieſer So lennität gewählt werden wird. Man ſpricht von einem neuen Ballet:der verliebte Teufel, den Debuts der Dlle. Cerito und dem Wiederauftritt des Herrn Duprez.

Mignon-Zeitung.

Potpourri aus Paris. In Clermont hatten ſich ein Paar junge Franzoſen im Streit beleidigt und es wurde für den nächſten Morgen ein Duell verabredet. Jeder brachte zwei Sekun danten mit und die Sache ſollte durch Piſtolen abgemacht werden. Da erinnerte Einer an das Duell-Geſez und an die Gefahren, denen man noch nicht trozen ſolle. Ein Wort gab das andere und ehe man ſich's verſah, waren alle Sechs im Handgemenge, ſich gegenſeitig dermaßen mit den Fäuſten durchwalkend, daß ſie ſämmtlich zu Boden lagen, nicht im Stande waren, nach Hauſe zu gehen, ſondern auf Wagen gepakt und daheim zu Bett gebracht werden mußten, um ſich heilen zu laſſen. So ſind ſie freilich vorläufig dem Duell-Geſez entgangen, indem ſie ſich eigentlich gleich ſelber be ſtraften. Während der große Leichen wagen die irdiſchen Ueberreſte der Ju⸗ liuskämpfer nach ihrem Ruheplaze führ⸗ te, machte ein Nationalgardiſt einem Bürger Vorwürfe darüber, daß er nicht, wie doch alle übrigen Umſtehenden, den Hut abziehe.Mein werther Herr, entgegnete der Getadelte,ich kann doch nicht mir ſelbſt ſolche Ehre erwei ſen, denn eines meiner Beine liegt mit auf dem Leichenwagen. Wirklich hatte der Mann ein Vein von Holz. Der Aſſiſſenhof der Seine verurtheilte vor Kurzem den Polizeikommiſſär Ozanne, welcher mit der Unterſuchung der Bäker⸗ läden beauftragt war, und von den Bä⸗ kern, die zu leichtes Brod hatten, ſich beſtechen ließ, zu dreijährigem Gefäͤng⸗