Mittwoch,

19. Auguſt. 1840.

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Theater.

Peſt h.(Jtalieniſche Oper.) Nachdem unſere wälſchen Gäſte die Oper Belisario bei ſehr vollem Hauſe wie derholten, gaben ſie am 17. d. Bellini's 1 puritani e i Cavalieri. Es ſchien, als ob diesmal nicht das gewohnte Feuer die Aufführung beſeelte, über die ſich im Ganzen eine gewiſſe Lauheit ergoſſen hatte und die nur ſtellenweiſe im wah⸗ ren Prachtſchimmer aufblizte; beſonders ging der erſte Akt faſt ganz effektlos vorüber; die beiden andern erregten ſchon mehr Tbeilnahme. Sgra Nulli (Elvira) ſchien mal disposé, ſie dis to⸗ nirte häufig; am meiſten gefiel ſie im

3. Akte dasSon vergin' vezzosa und vieni al tempio gingen ohne Eklat vorüber. Sgr. de Gattis(Arturo)

präſentirte ſich zum erſten Male; er be ſizt eine ſchöne Geſtalt und eine lieblich weiche, aber ſchwache Tenorſtimme; ſein Vortrag beweiſt Kunſtſtudien, das Por- tamento iſt beſonders ſchön. Sgr. Po lonini(Giorgio) verband mit ſeinem kraftvollen Glokenorgane recht ſeelen vollen Geſangsausdruk, den er beſon⸗ ders in der Arie:Cinta di rose gel⸗ tend machte. Das Duett mit Sgr. Nul⸗ li, der den Part des Ricciardo ſang, ging ſehr exakt und das ſeurig vorge

tragene:Suoni la tromba mußte wie⸗ derholt werden. Nicht ganz entſpre chend war Sgra de Bezzi, als Gefan gene. Die Chöre ſangen bei der ita lieniſchen Oper deutſchen Text; ſie hatten wohl nicht Zeit, italieniſche Worte einzuüben. Das Haus war ſehr voll. Wir vernehmen, daß der Impreſſario, Hr. L. Merelli, der noch immer unter uns weilenden unvergeßli chen Geſangskünſtlerin, Fräul. Hen riette Carl, den Antrag gemacht habe, ein Paar Parthien unter den Vor ſtellungen ſeiner Geſellſchaft zu überneh men. Wir wiſſen nicht, ob die Künſtle rin ſich dazu bereit gefunden habe; aber bei der anerkannt hohen Kapacität der Frl. Carl, die beſonders in der ita lieniſchen Geſangsweiſe in Deutſchland ihres Gleichen ſucht, dürfte im Falle ihrer Annahme uns ein beſonderer Kunſt genuß bevorſtehen. Semper idem. Raab(14. Auguſt.) Um das, durch die ausgezeichneteſten Leiſtungen der Olle. Denker u. des Hrn Wilhelmi in die an⸗ genehmſte Stimmung verſezte Publikum, immer in derſelben zu erhalten, fährt die Theater-Direktion mit löblichem Ei⸗ fer fort, die neueſten dramatiſchen Er⸗ zeugniſſe vorzuführen; ſo ſahen wir in einer Woche fünf Novitäten, als:die beiden Galeeren-Sklaven, denfal⸗