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europäiſche Brandzeitung 7 dem Jahrhundert gewidmet, zu gründen. Der Mann kann ſeine Spalten leicht gefüllt bekommen! Erſtens die materiel⸗ len Feuersbrünſte, dann die politiſchen Brandgluthen, die lyriſchen Waldbrän de, die bengaliſchen Feuer der modernen Geiſteskultur, die Reibzündhölzchen Brände der Glaubensmeinungen hie und da glühende, fortglimmende Aſche; die Brandzeitung kann Stoff genug fin den. Auch der Kunſt wird eine Spalte in dieſem Blatte gewidmet ſein, eine Rubrik Kunſt⸗Feuerwerk. In dieſem Journale finden die Journaliſten zu gleich die günſtigſte Gelegenheit, an die Kunſtmenſchheit in Kunſtangelegenheiten Brandbriefe zu ſchreiben. Wenn es die ſer Zeitſchrift zu heiß werden ſollte, ſo darf ſie ſich nur eine Portion deutſcher Winkelblättchen überwerfen, um den Brand mit Waſſer zu löſchen.

Mignon-Zeitung.

Madrid. In Spanien ſcheint ſich geſezliche Ordnung immer mehr zu befe ſtigen; man ſieht dies nicht minder durch die Zeitungen, welche den Waffen der Königin günſtigen Stand der Dinge ſelbſt in dem Heerde des fanatiſchen Auf ſtandes in Katalonien verkündigen, als aus Manchem, was im ſozialen Leben geſchieht, und beweiſt, daß die Sorgen des Krieges Bemühungen friedlicherer Art weichen. So wird an der Verſchö nerung Madrids eifrig gearbeitet; die alte Kirche des Erlöſers ſoll auch abge brochen werden, um Raum und freiere Ausſicht zu gewinnen. Dort iſt die Ru⸗ heſtätte Calderons, und man will nun an einem andern Orte dem Dichter ein ſeiner würdiges Denkmal ſezen. So das Andenken eines großen Mannes zu eh⸗ ren, iſt gewiß recht und würdig, nur

darf die Anerkennung des Verdienſtes Geſtorbener nicht in die Monumentoma nie ausarten, wie ſie in Deutſchland u. in Frankreich graſſirt.

Péle⸗-mele aus London. Vei dem Diner zum Andenken der Schlacht von Waterloo, das alljqährlich der Her zog von Wellington gibt, bemerkten ei nige anweſende Fremde einen Wagen von großem Werthe, der um die Tafel fuhr. Der Wagen iſt ein Geſchenk Georgs IV. Geſtell u. Räder ſind von Gold, reiche Verzierungen an beiden Seiten von Per len. Zwei Bänke enthalten Weine in kryſtallenen Flaſchen. Der Wagen, den zwei Bediente ziehen, hält vor jedem Gaſte an, und jeder fordert dann den Wein, den er zu trinken wünſcht. Die Liverpooler Blätter klagen über die ungeheure Menge von Ratten, welche im dortigen Hafen und den Waarenla⸗ gern ungeheure Verwüſtungen anrich ten. Zum Ueberfluſſe haben ein paar amerikaniſche Schiffe aus Neu-Orleans nun gar noch einige tauſend Individuen der amerikaniſchen ſchwarzen Ratte mit gebracht, die unverſchämter und biſſiger iſt, als unſere europäiſche. Man ſinnt auf Mittel, um dieſe unwillkommenen Gäſte zu vertilgen.

Weimar. Seither war es den nach Weimar kommenden Fremden erlaubt, Goethe's Haus zu beſuchen u. die Zimmer zu betrachten, in welchen der große Dichter ſo manches klaſſiſche Werk geſchaffen hat. Der Goet he'ſchen Familie aber hat es vor Kurzem be⸗ liebt, dieſe Erlaubniß zurük zunehmen, und das Haus bleibt fortan den Rei⸗ ſenden verſchloſſen. Der Stadt Weimar erwächſt daraus ein nicht unbeträchtlicher Nacht heil in pekuniärer, wie in geſelli⸗ ger Hinſicht; denn Viele kamen nur dorthin, um ſich das Goethe'ſche Haus in⸗ und auswendig zu betrachten.

Redigirt von der Redaktion des Spiegels.