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Mittwoch, 15. Juli.
1840.
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Theater.
Ve ſt h.(Saſtſplele des Hrn. Ta Noche.) Mit einſtimmigem Beifall und unter allgemeiner Theilnahme der hieſigen Theaterfreunde ſezt der geſchäzte Künſtler ſein Gaſtſpiel fort. Lorenz Kind— lein in Kotzebue's„armen Poeten“ war eine Leiſtung, die Aller Herzen mit ſich fortriß, die die tiefſten Gefühlsſaiten erzittern machte. Recht wirkſam ward Hr. La Noche hiebei von unſerer liebli— chen Müller unt erſtüzt. Bewunderns⸗ werthe Vielſeitigkeit, eine Auffaſſung der verſchiedenartigſten, heterogenſten Charaktere bewies Hr. La Roche, als Hr. v. Uhlen, in Kotzebue's:„eiferſüch⸗ tiger Frau“, hier lieferte er ein wah⸗ res Lebensbild, Natürlichkeit beherrſchte ſein Spiel und die Leichtigkeit, das Un⸗ gezwungene ſeiner Bewegungen ließen uns beinahe vergeſſen, daß die Hand— lung auf der Bühne vor ſich gehe.— Mad. Grill war, als eiferſüchtige Frau, eben ſo liebenswürdig in ihrem Zorne, wie in ihrer Reue. In ſolchen Weiber⸗ Thränen liegt mehr als Luftmann'ſche Kraft, ſie ſind das Kleingewehrfeuer, womit das ſchwache Geſchlecht die Cita— delle der Empfindungen des ſogenannten Rarken Geſchlechtes erſtürmt.— Mit Lobe find auch die Herren Dietrich und
Berg zu erwähnen.— In Ziegler's „Partheiwuth“ ſpielte La Roche den grellen, Abſcheu erregenden Charakter des Koke mit fürchterlich erſchütternder Wahrheit; die Verhörſzene des vierten Ak tes, ſo wie das vorhergehende Zwei— geſpräch mit dem Sherif, wo uns die ganze Niederträchtigkeit des abgefeimte— ſten Schurken in ihrer Teufelsfraze ent— gegentritt, waren meiſterhaft in der Durchführung.— Zum Benefiz des Gaſtes wurden am 13. d. M. Bauern⸗ feld's„Geſchwiſter von Nürnberg“ bei mittelmäßigem Erfolge gegeben. Darüber nächſtens. Semper idem. Ofen.(Arena⸗ Benefiz des Hrn. Grau.)„Das Johanniskind, oder die Waiſe als Rächer“, großes romantiſches() Spektakel-Schauſpiel von Treuhold.—„Sie befinden ſich, Herr von Ulfo?“—„Ha, ich bin er— kannt!“(er erſticht ſich).— Der Leſer, welcher das weltberühmte Drama:„Ulfo und Emma“, nicht kennt, mag ſich mit dieſem„Johanniskind“ begnügen; auch hier findet er eine romantiſche— Dummheit! Das geht und läuft durch einander, wie in einem Ameiſenhaufen; man zerbricht ſich den Kopf, was denn die Leute eigentlich wollen, und zum größten Malheur, ſpielt dieſe Geſchichte 22, ſage: zweiundzwanzig Jahre und


